Der Kontaktexperte

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Schlagwort: Gesellschaft

Tausend Euro Kindergeld sind nicht genug!

Selbst Tausend Euro Kindergeld pro Kind und Monat machen aus Deutschland kein kinderfreundliches Land.

Sie sitzen hinter ihren Türen und Fenstern und warten auf die nächste Gelegenheit sich maßlos aufzuregen. Kinderlachen bereitet ihnen Schmerz und wenn Kinder weinen erweckt es kein Mitleid in ihren Herzen sondern „Lärmebelästigungsgroll“. 

Wenn Sie nicht so feige wären, würden sie am liebsten die Polizei rufen, wenn ein Kind im Fieber weint. Stattdessen schreiben sie einen anonymen Brief und werfen diesen klammheimlich in den Briefkasten der alleinerziehenden Mutter, die nun vor lauter Angst, aus der geradeso noch bezahlbaren Wohnung zu fliegen, ihren Kindern ab sofort einflößt: herzlich-lauthals Lachen ist verboten!

Lachen verboten! Was für eine Kindheit? Lachen verboten! Was für ein Start ins Leben? Lachen verboten! Natürliche Leichtigkeit für immer verloren? Wie sollen so starke, selbstbewusste, fröhliche und optimistische Menschen heranwachsen?

Die Politik soll mehr für Familien tun? Die Politik soll Kinderarmut verhindern? Die Politik soll Herzen wärmen? Was für ein Unsinn, was für eine Armut immer nach der Politik zu rufen. Wir sind die Gesellschaft und wir machen diese lebenswert oder eben nicht.

Was hat der Wohlstand aus uns gemacht? Wir haben von allem zu viel und doch zu wenig Güte im Herzen. Wir haben volle Kleider- und Kühlschränke, aber kein Verständnis für die Kleinsten, Schwächsten, Zerbrechlichsten in unserer Mitte?

Macht Euch locker hinter euren Gardinen, ihr germanischen Blockwarte und Gauleiter. Vom Lachen und Weinen der Kinder ist noch niemand gestorben, von funktionsuntüchtigen Herzen schon. 











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Armes reiches Deutschland!

Seit mehr als 15 Jahren reise ich jährlich um die 120.000 Kilometer durch Deutschland. Per intensiver Arbeit an meinen Projekten, habe ich schon so ziemlich jeden Winkel unseres wundervollen Landes kennengelernt und bin dabei unglaublich vielen großartigen Menschen begegnet.

Ich kenne Deutschland sehr, sehr gut und muss sagen:

Deutschland 2018 ist zwar reich an Euro, aber leider arm an Mut.

Deutschland 2018 ist ein Land in unglaublichem Wohlstand, aber arm an Selbstreflexion, um dieses Glück begreifen zu können.

Deutschland 2018 ist ein Land der gehetzten Menschen, denen die Leichtigkeit abhanden gekommen ist.

Als „Extrem-Bahnfahrer“ reiste ich in 2018 ausschließlich mit meiner BahnCard 100. Das hat im Großen und Ganzen so preiswert und pünktlich geklappt, wie ich es früher mit AirBerlin, Lufthanse und Co. nur selten hinbekam.

Im Vergleich zu 120.000 Kilometern mit dem Auto, hatte ich ganzjährig Urlaub von der „Aggressivitätsfront“ Nummer 1 in Deutschland:

der Autobahn.

Der „gemeine germanische Bahn-Meckerer“ hatte im Rückspiegel 2018 betrachtet, das höchste „Nerv-Potenzial“. Bahnfahren ist wirklich ein Brennglas der aktuellen gesellschaftlichen Realität.

So ist in der Bahn recht häufig der “gemeine Jammergermane” anzutreffen. Der reist zum Beispiel einmal jährlich mit Sparticket nonstop von Hamburg nach München und fühlt sich so zum “Bahn-Experten” berufen. Da der ICE nach fast 800 Kilometern mit unglaublichen 11 Minuten Verspätung sein Ziel erreicht, wurde die Idealverbindung per U-Bahn nach Schwabing verpasst. Das nun folgende Klagelied des Jammergermanen lässt einen erschaudern und fährt in Mark und Knochen.

An vielen Bahnsteigen Deutschlands lauert der “gnadenlose Drängelgermane”. Der lebt in permanenter Angst zu kurz zu kommen und dass der Zug ohne ihn abfahren könnte. Zunächst erscheint dieser klapprig, eher hilfsbedürftig und schwach, doch sobald ein ICE oder RE vor ihm zum Stehen kommt, entfaltet er ungeahnte Kräfte und erstürmt mit unglaublicher Wucht den vor ihm stehenden Wagen. Nicht selten, um wenig später zu bemerken, dass es leider der falsche Wagen, manchmal sogar der falsche Zug war.

Wirklich bemerkenswert ist die Anzahl der in Bahnen anzutreffenden “Ego-Germanen”, deren Wahrnehmung für ihre Mitmenschen  exakt 0,001 Millimeter vor ihrer Nasenspitze abrupt endet. Dem “Ego-Germanen” gelingt es problemlos, die ein Meter fünfzig kleine Rentnerin mit ihrem ein Meter zwanzig großen Koffer beim Aus- oder Einsteigen in den ICE routiniert auszublenden. “Ego-Germanen” gönnen ihrer Tasche, gerne einen extra Sitzplatz, obwohl die Bahn vorm langen Wochenende krachend voll ist.

Eine besondere Art des “Ego-Germanen” ist der “Brüll-Ego-Germane”. Dieser sitzt bevorzugt im Ruhebereich und brüllt entweder in sein mitgeführtes Smartphone, welches er elegant wie eine Scheibe Knäckebrot vor seinen Mund hält oder in Richtung seines Sitznachbarn, geniale Weisheiten in die Welt hinaus. Es ist ihm wichtig, dass alle, wirklich alle hören können, wie wichtig er ist.

Ganz besonders habe ich den “feigen Duckmäuser-Germanen” ins Herz geschlossen. Eine meiner Begegnungen 2018 gestaltete sich so:

Es war eine Bahnfahrt in einem sehr gut gefüllten Regionalexpress von Ravensburg nach Ulm. Ein offensichtlich schlecht gelaunter “Wutgermane” in der Arbeitskleidung eines Bauarbeiters, hatte seinen verkeimten Rucksack liebevoll neben sich auf dem letzten freien Sitzplatz drapiert. Ein Fahrgast mit schwarzem Haar, dunklem Teint , braunen Augen und nicht hundert Prozent astreinem Schwäbisch fragte, ob er sich setzen dürfe, wo der verkeimte Rucksack thronte. Die astrein Schwäbisch gebrüllte Antwort des Wutgermanen lautete: “Hir sidzd mai Ruggsagg!”.

Typische Reaktion aller an Bord befindlichen “feigen Dückmäuser-Germanen”: betretener Blick auf die eigenen Schuhspitzen. Aufatmen als ich “Nichtschwabe” dem dunkelhaarigen “Nichtschwaben” meinen Platz überließ und den keimigen „Ruggsagg“ auf germanisch entschlossene Art enttrohnte.

Deutschland 2018 ein Land ohne Mut und Selbsreflexion. So habe ich es leider viel zu oft erlebt.

Für 2019 wünsche ich uns allen mehr Leichtigkeit, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. In diesem Sinne allen einen guten Start in ein friedliches und glückliches neues Jahr bei bester Gesundheit.

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Die Individualität der Lemminge

Der männliche Wohlstandsindividualist trägt Vollbart, weil alle Vollbart tragen.

Der Wohlstandsindividualist trägt Markenmode, die jeder trägt.

Der verwöhnte Wohlstandsindividualist braucht unbedingt die Markenelektronikartikel, die alle brauchen.

Der Wohlstandsindividualist definiert sich über die Automarken, über die sich auch alle anderen seiner Art definieren.

Der Wohlstandsindividualist lässt sich tätowieren, weil sich alle tätowieren lassen.

Der Wohlstandsindividualist will Influencer werden, weil das jetzt alle wollen.

Der Wohlstandsindividualist postet in den (a)sozialen Netzwerken, was alle posten. Der Wohlstandsindividualist folgt Trends, denen alle folgen.

Der Wohlstandsindividualist will um jeden Preis hipp und angesagt sein, weil eben alle hipp und angesagt sein wollen.

Unter dem Druck dieses permanenten Wettbewerbs und unter den Anstrengungen des immerwährenden Vergleichs mit anderen, fällt kaum noch auf, dass aus Individualismus längst Egoismus wurde.

Doch Zeit und Land brauchen mehr Menschen die eckig, kantig, eigenwillig, unangepasst, kreativ, aktiv, unternehmungslustig und auch kritisch hinterfragend sind. Echte Typen, die kein Problem damit haben von der großen  Masse der Wohlstandsindividualisten als „mega-out“ abgestempelt zu werden, denn die Zukunft gestalten Menschen, die wahrhaft individualistisch statt „mainstream-egoistisch“ sind.

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Viel beschworen, doch zunehmend verblödet: die Mitte der Gesellschaft!

Das LKW-Mautsystem Toll Collect verursachte 6,9 Milliarden Euro Mehrkosten. Das entspricht einer Kostensteigerung von 1150 Prozent. Ein Desaster war der Versuch von Bundesländern und Bund, eine gemeinsame Software für die Steuerverwaltung zu entwickeln. Von 1993 bis 2005 erzeugte das FISCUS Steuersystem allein 4,6 Milliarden Euro Mehrkosten. Auch das entspricht einer Kostensteigerung von 1150 Prozent.

Die Polizei-Software Inpol Neu wurde noch während der Projektphase deutlich abgespeckt und kann nun weniger leisten als ursprünglich geplant. Dafür wurde sie sechsmal teurer. Allein die Kostensteigerung betrug 119 Millionen Euro. Das entspricht einer Kostenexplosion in Höhe von 491 Prozent.

Jeder Deppen kann im Internet ohne große Mühe herausfinden, in welchen gigantischen Größenordnungen Steuergelder am BER in Berlin verschwendet werden. Wer wenigstens ab und zu eine Zeitung zur Hand nimmt und auch liest, hat irgendwann mitbekommen, dass der Bundenachrichtendienst (BND) beim Neubau seiner Zentrale in der Berliner Chausseestraße allein Mehrkosten in Höhe von 101 Millionen Euro verursacht hat.

Diese Auflistung ließe sich schier endlos fortsetzen.

Da sich immer weniger Menschen in Deutschland mit Wirtschaft und Finanzen detailliert beschäftigen und immer mehr Menschen, auch aus der Mitte der Gesellschaft, kaum noch einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, verbreiten sich solche Nachrichten kaum. Auf Bild-Zeitung-Niveau wird maximal über „verbrannte“ Steuermilliarden gejammert. Was ja auch Blödsinn ist, denn diese Gelder wechseln nur ihren Besitzer. Wer ist schon so dumm und glaubt, dass jemand Geld verbrennt?

Als in der vergangenen Woche Chemnitzer Bürger im Gespräch mit dem „Katastrophen-Ministerpräsidenten“ Kretschmer von der sächsischen „Katastrophen-CDU“ im Gespräch waren, artikulierte eine Chemnitzerin aus der bürgerlichen Mitte, ihre Sorgen. Da war die Rede von fehlenden Kita-Plätzen und baufälligen Schulen und es wurde zu Recht beklagt, dass dafür die Gelder fehlen.

Nun könnte man sich als gebildeter Mensch der bürgerlichen Mitte die verschiedensten Ursachen herleiten, warum für Kindergärten und Schulen die Gelder fehlen. Ausgerechnet in einem der reichsten Länder dieses Planeten. Doch nicht etwa die enorme Verschwendung von Steuergeldern wird als Ursache für das fehlende Geld ausgemacht. Nein, es kommt, was heute kommen muss: die Verbindung zu den Asylbewerbern, zu den Flüchtlingen.

Die sind Schuld, dass die Gelder für Schulen und Kitas fehlen. Reflexe ersetzen das Denken. Es stimmt etwas nicht mit der bürgerlichen Mitte in Deutschland. Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Dummheit auch in der bürgerlichen Mitte außer Kontrolle gerät.

 

 

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