Der Kontaktexperte

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Schlagwort: Lügenpresse

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Gott und seine Handelsvertreter

Für die Kirche ist Ostern das wichtigste Fest der Christenheit und für den Einzel- und Onlinehandel ist es Weihnachten.

Dank der zahllosen, meist kriegerischen Missionierungsaktivitäten der Christenheit, wird wieder einmal das Fest der Liebe und des Friedens auf allen Kontinenten gefeiert.

Die Katholische Kirche erfand die Missionierung zu einer Zeit, da sie so fest im Sattel der Macht saß, dass sie es versäumte diese Geschäftsidee zum Patent anzumelden.

Ohne dieses Versäumnis wäre uns vielleicht Söders Kreuzzug durch die bayrischen Behörden erspart geblieben?

Die Neigung zur Missionierung scheint eine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften zu sein.

So ist diese auch bei allen Parteien zu beobachten.

Statt vernünftig miteinander zu reden, zu verhandeln, sich anzunähern, Interessen auszugleichen, machbare Kompromisse zu finden, Probleme anzupacken und zu lösen, geht es meist nur darum, dem Wahlvolk den einzig wahren Glaubenssatz zu verkaufen.

Selbstredend den jeweils eigenen.

Wenn man einmal von den wenigen braunen Schundblättern in Deutschland absieht, haben uns Redakteure von Verlagen und Sendern als eifrige Missionare über viele Jahre hinweg ihre eigene links-liberale Weltsicht als allgemeingültige Realität für Deutschland verkauft.

Doch als sich, das so missionierte Volk plötzlich über die (a)sozialen Netzwerke miteinander verknüpfen und austauschen konnte wurde schnell klar, wie viel braunes Gedankengut all die Jahre vor sich hin gären konnte.

Welche schwere Folgen solche gescheiterten Missionierungsversuche haben, kann man unter anderem an den allgegenwärtigen Rufen „Lügenpresse“ und am hoffähig gewordenen Generalverdacht der gleichgeschalteten Systemmedien ablesen. Die Schäfchen aus dem Dunstkreis von Pegida, AfD und Co sind auf ewig verloren und mit keinem sachlichen Argument zurückzugewinnen.

Das der Drang zur Missionierung eine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften ist, kann täglich in den (a)sozialen Netzwerken wie Facebook & Co auf traurige Art und Weise beobachtet werden.

So missioniert der vegane Weltenretter den verantwortungslosen Fleischesser, der „Low-Carb-Missionar“ bekehrt den „Kohlenhydrat-Gläubigen“ und der „Politisch-Unkorrekte“ missioniert den „Politisch-Korrekten“.

Ein Missionar, dem ich vor Jahren persönlich begegnete, hat mich ganz besonders beeindruckt. Es war ein Anwalt, der es wagte auf einer Hochzeitsmesse in Berlin Charlottenburg hochverliebte Menschen mit „Rosarote-Brille-Syndrom“ zu missionieren, einen Ehevertrag abzuschließen.

Sein warnender Appell, dass immerhin jede zweite Ehe geschieden wird, verhallte ungehört. Der arme Mann stand auf verlorenem Posten und doch hätte ich auf ihn hören sollen. Wer noch?

Mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz öffnet sich für die Menschheit die Tür zu einer einzigartigen Chance: Sollte es gelingen die Maschinen und Roboter völlig religionsfrei zu programmieren, könnte die Welt ein besserer Ort werden.

Ohne Religion keine Missionare und ohne Missionare eine bessere Welt. Soviel ist sicher. So betrachtet bleibt die größte Errungenschaft der Missionierung die Missionarsstellung.

Einwände, dass auch die irgendwann langweilig wird, können unter Reproduktionsaspekten betrachtet, vernachlässigt werden.

Entspannt euch und lasst frei nach dem alten Fritz, jeden nach seiner Façon selig werden.

In diesem Sinne frohe Weihnachten!

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Was haben Redakteure im Jahre 2018 mit Erich Honecker gemeinsam?

Erich Honecker lebte mit Genossen wie Erich Mielke, Willi Stoph, Günter Mittag & Co. von 1976 bis 1989 in der abgeschotteten und streng bewachten Waldsiedlung Wandlitz bei Berlin. Dort hatten sich die Herrscher des Unrechtsstaats DDR eine seltsame Scheinwelt errichtet.

Während überall im Lande die Mängel der Planwirtschaft deutlich zu spüren waren, ließen sich die Genossen des Politbüros mit Waren aus dem Westen verwöhnen, von einem Stab mit 60 Hausangestellten umsorgen und von etwa 140 bewaffneten Wachleuten beschützen und abschirmen. So lebten Honecker und Konsorten im Paradies und goldenen Käfig zugleich.

Die Entfremdung vom Volk nahm bizarre Formen an und führte direkt in die Massenflucht über Ungarn und Prag, deren Bilder um die Welt ging. „Ich liebe euch doch alle!“ erklärte Erich Mielke am 13.11.1989 in der Volkskammer und gab das Bild eines verwirrten, der Welt entrückten Greises ab.

Wandlitz war eine eineinhalb Quadratkilometer große Wohnsiedlung.Die Redaktionen deutscher Tageszeitungen sind deutlich kleiner, aber nicht selten ähnlich weit vom realen Leben ihrer Leser entfernt.

Jedes Jahr erhält der Abonnent mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks eine satte Preiserhöhung, aber kein Wort dazu aus der Redaktion. Eine immer schlechter werdende Zustellqualität, stellt nur noch lückenhaft sicher, dass das, was man in den Redaktionen schreibt beim Leser überhaupt noch ankommt.

Rechtschreib- und Grammatikfehler finden sich in den Zeitungen, in einer Häufigkeit, die sich kein Realschüler leisten könnte, doch die Redaktionen stehen weiterhin souverän über den Dingen. Statt klare Kante und echtes Profil zu zeigen, entscheidet man sich häufig nur noch für einen inhaltlichen Kuschelkurs um nicht anzuecken. So feiert man sich selbst fernab vom Leben und der Realität der Leserschaft.

Dabei gäbe es so vielfältige Möglichkeiten und erstklassige Chancen mit langjährigen und treuen Lesern in Kontakt zu kommen. Die VertriebsmitarbeiterInnen der Verlage bemühen sich auf schier unermüdliche Weise neue Abonnenten für ihre Zeitung zu gewinnen.

Sie tun diese auf Wochenmärkten, in Einkaufscentren und auf regionalen Messen. Sie könnten dabei jede Verstärkung gebrauchen und es wäre eine große Erleichterung und Hilfe, wenn Redakteure für Gespräche und Rückmeldungen der Leser als Ansprechpartner zur Verfügung stünden.

Doch weit gefehlt. Nicht einmal die größten regionalen Messen, welche zahllose wertvolle Kontaktmöglichkeiten und direkte Rückmeldungen vom Leser an die Zeitungsmacher eröffnen würden, kommen in den Terminplanern der Redakteuren vor.

Doch Leser, die nicht gehört, nicht beachtet und nur als schweigende, zahlende Masse betrachtet werden, können sich jederzeit entscheiden, zu gehen. Das müssen sie nicht über Ungarn oder Prag tun, denn es reicht ein einfacher „Drei-Zeiler“ überschrieben mit „Kündigung“, um für klare Fronten zu sorgen.

Viele dieser Kündigungen wären vermeidbar, wenn man durch interessiertes Zuhören „Druck aus dem Kessel“ nehmen würde. Das ist nicht nur einfach und wirkungsvoll, es hilft auch gravierende Fehler zu vermeiden und schlichtweg zu lernen. Zum Glück haben das die Betonköpfe im SED Politbüro nie verstanden und deshalb ist auch die DDR so herrlich friedlich entschlafen.

Im Schaufenster einer Düsseldorfer Buchhandlung las ich vor geraumer Zeit „Lesen gefährdet die Dummheit!“. Doch dazu braucht es Zeitungsmacher, Redakteure mit Herz und Verstand, die sich nicht in ihren Redaktionen hinter großen Bildschirmen und in realitätsfernen Meetings verschanzen.

Die konsequent dorthin gehen, wo es weh tut und die den Kontakt zu ihren Lesern nicht verlieren und immer wieder beleben. Im Stil einer DDR-Parole ausgedrückt hieße das:„Redakteure an die Front!“

 

 

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