Der Kontaktexperte

Meine Geschäftsreisen, meine Projekte, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft

Monat: Dezember 2018

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Armes reiches Deutschland!

Seit mehr als 15 Jahren reise ich jährlich um die 120.000 Kilometer durch Deutschland. Per intensiver Arbeit an meinen Projekten, habe ich schon so ziemlich jeden Winkel unseres wundervollen Landes kennengelernt und bin dabei unglaublich vielen großartigen Menschen begegnet.

Ich kenne Deutschland sehr, sehr gut und muss sagen:

Deutschland 2018 ist zwar reich an Euro, aber leider arm an Mut.

Deutschland 2018 ist ein Land in unglaublichem Wohlstand, aber arm an Selbstreflexion, um dieses Glück begreifen zu können.

Deutschland 2018 ist ein Land der gehetzten Menschen, denen die Leichtigkeit abhanden gekommen ist.

Als „Extrem-Bahnfahrer“ reiste ich in 2018 ausschließlich mit meiner BahnCard 100. Das hat im Großen und Ganzen so preiswert und pünktlich geklappt, wie ich es früher mit AirBerlin, Lufthanse und Co. nur selten hinbekam.

Im Vergleich zu 120.000 Kilometern mit dem Auto, hatte ich ganzjährig Urlaub von der „Aggressivitätsfront“ Nummer 1 in Deutschland:

der Autobahn.

Der „gemeine germanische Bahn-Meckerer“ hatte im Rückspiegel 2018 betrachtet, das höchste „Nerv-Potenzial“. Bahnfahren ist wirklich ein Brennglas der aktuellen gesellschaftlichen Realität.

So ist in der Bahn recht häufig der “gemeine Jammergermane” anzutreffen. Der reist zum Beispiel einmal jährlich mit Sparticket nonstop von Hamburg nach München und fühlt sich so zum “Bahn-Experten” berufen. Da der ICE nach fast 800 Kilometern mit unglaublichen 11 Minuten Verspätung sein Ziel erreicht, wurde die Idealverbindung per U-Bahn nach Schwabing verpasst. Das nun folgende Klagelied des Jammergermanen lässt einen erschaudern und fährt in Mark und Knochen.

An vielen Bahnsteigen Deutschlands lauert der “gnadenlose Drängelgermane”. Der lebt in permanenter Angst zu kurz zu kommen und dass der Zug ohne ihn abfahren könnte. Zunächst erscheint dieser klapprig, eher hilfsbedürftig und schwach, doch sobald ein ICE oder RE vor ihm zum Stehen kommt, entfaltet er ungeahnte Kräfte und erstürmt mit unglaublicher Wucht den vor ihm stehenden Wagen. Nicht selten, um wenig später zu bemerken, dass es leider der falsche Wagen, manchmal sogar der falsche Zug war.

Wirklich bemerkenswert ist die Anzahl der in Bahnen anzutreffenden “Ego-Germanen”, deren Wahrnehmung für ihre Mitmenschen  exakt 0,001 Millimeter vor ihrer Nasenspitze abrupt endet. Dem “Ego-Germanen” gelingt es problemlos, die ein Meter fünfzig kleine Rentnerin mit ihrem ein Meter zwanzig großen Koffer beim Aus- oder Einsteigen in den ICE routiniert auszublenden. “Ego-Germanen” gönnen ihrer Tasche, gerne einen extra Sitzplatz, obwohl die Bahn vorm langen Wochenende krachend voll ist.

Eine besondere Art des “Ego-Germanen” ist der “Brüll-Ego-Germane”. Dieser sitzt bevorzugt im Ruhebereich und brüllt entweder in sein mitgeführtes Smartphone, welches er elegant wie eine Scheibe Knäckebrot vor seinen Mund hält oder in Richtung seines Sitznachbarn, geniale Weisheiten in die Welt hinaus. Es ist ihm wichtig, dass alle, wirklich alle hören können, wie wichtig er ist.

Ganz besonders habe ich den “feigen Duckmäuser-Germanen” ins Herz geschlossen. Eine meiner Begegnungen 2018 gestaltete sich so:

Es war eine Bahnfahrt in einem sehr gut gefüllten Regionalexpress von Ravensburg nach Ulm. Ein offensichtlich schlecht gelaunter “Wutgermane” in der Arbeitskleidung eines Bauarbeiters, hatte seinen verkeimten Rucksack liebevoll neben sich auf dem letzten freien Sitzplatz drapiert. Ein Fahrgast mit schwarzem Haar, dunklem Teint , braunen Augen und nicht hundert Prozent astreinem Schwäbisch fragte, ob er sich setzen dürfe, wo der verkeimte Rucksack thronte. Die astrein Schwäbisch gebrüllte Antwort des Wutgermanen lautete: “Hir sidzd mai Ruggsagg!”.

Typische Reaktion aller an Bord befindlichen “feigen Dückmäuser-Germanen”: betretener Blick auf die eigenen Schuhspitzen. Aufatmen als ich “Nichtschwabe” dem dunkelhaarigen “Nichtschwaben” meinen Platz überließ und den keimigen „Ruggsagg“ auf germanisch entschlossene Art enttrohnte.

Deutschland 2018 ein Land ohne Mut und Selbsreflexion. So habe ich es leider viel zu oft erlebt.

Für 2019 wünsche ich uns allen mehr Leichtigkeit, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. In diesem Sinne allen einen guten Start in ein friedliches und glückliches neues Jahr bei bester Gesundheit.

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Gott und seine Handelsvertreter

Für die Kirche ist Ostern das wichtigste Fest der Christenheit und für den Einzel- und Onlinehandel ist es Weihnachten.

Dank der zahllosen, meist kriegerischen Missionierungsaktivitäten der Christenheit, wird wieder einmal das Fest der Liebe und des Friedens auf allen Kontinenten gefeiert.

Die Katholische Kirche erfand die Missionierung zu einer Zeit, da sie so fest im Sattel der Macht saß, dass sie es versäumte diese Geschäftsidee zum Patent anzumelden.

Ohne dieses Versäumnis wäre uns vielleicht Söders Kreuzzug durch die bayrischen Behörden erspart geblieben?

Die Neigung zur Missionierung scheint eine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften zu sein.

So ist diese auch bei allen Parteien zu beobachten.

Statt vernünftig miteinander zu reden, zu verhandeln, sich anzunähern, Interessen auszugleichen, machbare Kompromisse zu finden, Probleme anzupacken und zu lösen, geht es meist nur darum, dem Wahlvolk den einzig wahren Glaubenssatz zu verkaufen.

Selbstredend den jeweils eigenen.

Wenn man einmal von den wenigen braunen Schundblättern in Deutschland absieht, haben uns Redakteure von Verlagen und Sendern als eifrige Missionare über viele Jahre hinweg ihre eigene links-liberale Weltsicht als allgemeingültige Realität für Deutschland verkauft.

Doch als sich, das so missionierte Volk plötzlich über die (a)sozialen Netzwerke miteinander verknüpfen und austauschen konnte wurde schnell klar, wie viel braunes Gedankengut all die Jahre vor sich hin gären konnte.

Welche schwere Folgen solche gescheiterten Missionierungsversuche haben, kann man unter anderem an den allgegenwärtigen Rufen „Lügenpresse“ und am hoffähig gewordenen Generalverdacht der gleichgeschalteten Systemmedien ablesen. Die Schäfchen aus dem Dunstkreis von Pegida, AfD und Co sind auf ewig verloren und mit keinem sachlichen Argument zurückzugewinnen.

Das der Drang zur Missionierung eine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften ist, kann täglich in den (a)sozialen Netzwerken wie Facebook & Co auf traurige Art und Weise beobachtet werden.

So missioniert der vegane Weltenretter den verantwortungslosen Fleischesser, der „Low-Carb-Missionar“ bekehrt den „Kohlenhydrat-Gläubigen“ und der „Politisch-Unkorrekte“ missioniert den „Politisch-Korrekten“.

Ein Missionar, dem ich vor Jahren persönlich begegnete, hat mich ganz besonders beeindruckt. Es war ein Anwalt, der es wagte auf einer Hochzeitsmesse in Berlin Charlottenburg hochverliebte Menschen mit „Rosarote-Brille-Syndrom“ zu missionieren, einen Ehevertrag abzuschließen.

Sein warnender Appell, dass immerhin jede zweite Ehe geschieden wird, verhallte ungehört. Der arme Mann stand auf verlorenem Posten und doch hätte ich auf ihn hören sollen. Wer noch?

Mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz öffnet sich für die Menschheit die Tür zu einer einzigartigen Chance: Sollte es gelingen die Maschinen und Roboter völlig religionsfrei zu programmieren, könnte die Welt ein besserer Ort werden.

Ohne Religion keine Missionare und ohne Missionare eine bessere Welt. Soviel ist sicher. So betrachtet bleibt die größte Errungenschaft der Missionierung die Missionarsstellung.

Einwände, dass auch die irgendwann langweilig wird, können unter Reproduktionsaspekten betrachtet, vernachlässigt werden.

Entspannt euch und lasst frei nach dem alten Fritz, jeden nach seiner Façon selig werden.

In diesem Sinne frohe Weihnachten!

Ode an den gemeinen Jammergermanen

Freude und Götterfunken sind ihm fremd, obwohl das heimatliche Jammertal seiner Pein einem Schlaraffenland gleicht, kann der gemeine Jammergermane sein einzigartiges Glück nicht fassen und lebt in Unzufriedenheit, Zerknirschtheit, Neid und Missgunst.

Niemand kann es ihm recht machen, niemand schafft es, ihm sein unglaubliches Glück und seinen schier unfassbaren Wohlstand begreifbar, erlebbar zu machen.

Der Jammergemane schreitet nicht mit Pauken und Trompeten durch sein Leben, denn „Mimimi“ und „Mümümü“ sind seine Begleiter durch den schönsten Tag.

Ganz selbstverständlich ist es ihm im Sommer zu heiß und im Winter viel zu kalt.

„Seid umschlungen Millionen! Diesen Kuß der ganzen Welt!” hält er schlicht für eine Lügenmeldung der Systemmedien.

Anführer die ihm zurufen “Wir schaffen das!” sind ihm höchst suspekt.

“Das ist niemals zu schaffen!” entspricht eher seiner Motivation und diese Botschaft ist ihm in den Kommentarspalten bei Facebook & Co. mindestens drei Ausrufezeichen wert. Ja, drei!!!

Hat der Jammergemane nicht nur einen Freund, ein holdes Weib (oder tollen Mann) sondern auch einen fair bezahlten Job errungen,              mischt er weder Freud noch Jubel ein.

Sein Schmerz wird nun zu Höllenqualen, lässt ihn jammern, klagen, schreien.

Die Kollegen sind zwar nett, könnten aber netter sein.

Der ergonomische Bürostuhl, bekam zwar bei Stiftung Warentest ein “Sehr gut”, hat aber die falsche Farbe.

Seinen Bürokaffee muss er am WMF Automaten aufwendig selbst holen und der nervige Chef will zu allem Überfluss ab und zu wissen, was er während der Arbeitszeit mit welchem Ergebnis tut.

Wer das nicht für unerträglich und unzumutbar hält, muss schon gerne Sklave sein!

“Duldet mutig Millionen!
Duldet für die bessre Welt!”
Kann nur eine Losung direkt aus dem Kanzleramt sein, um dem Jammervolk den UN Migrationspakt doch noch schmackhaft zu machen.

 “Unser Schuldbuch sei vernichtet, ausgesöhnt die ganze Welt!”ist nur ein weiterer kläglicher Versuch der Brüsseler EU-Bürokraten, um dem malochenden Jammergermanen die Griechenlandrettung unterzujubeln.

Apropos “Griechenland”!

Kehrt der Jammergemane von seinem Luxusurlaub im 5-Sterne-Hotel zurück, wird erstmal auf Holidaychek eine lange Mängelliste veröffentlicht. Und damit diese Online-Anklage auch wirklich deutsch-perfekt ist, wird zur wasserdichten Beweisführung eine umfangreiche Bildergalerie hochgeladen.

Das Jammerjahr des Jammergermanen geht mit einem besonderen Ritual zu Ende.

Dem Fest des Lichtes, des Friedens und der Liebe: Weihnachten!

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen selbstredend viel zu niedrig sind, schlägt sich der Jammergermane mit seinem “Novemberkampfgesicht” durch die Einkaufstempel seiner Stadt und lässt sich von Verkaufspersonal, ausgezeichnet mit dem Zertifikat “Erfolgreich Kunden ignorieren”, zum Geschenkekauf inspirieren.

Das weihnachtliche Elend des Jammergermanen kann man ungefähr so beschreiben: 

33 Prozent wünschen sich einen Gutschein und 40 Prozent werden einen verschenken.

Die selbsterfüllende Prophezeiung im weihnachtlichen Jammertal führt nun geradewegs dazu, dass ausgerechnet ein Großteil der 67 %, die sich keinen Gutschein wünschten, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen solchen erhalten.

Der so beschenkte Jammergermane macht sich sogleich auf den Weg, um zwischen den Feiertagen mit seinem “Ich-bin-von-Weihnachten-und der-Familie-so-genervt-Gesicht” beim Verkaufspersonal mit “Mist-ich-muss-arbeiten-Gesicht” Gutscheine einzulösen und um im Parkhaus andere Jammergermanen, beim Kampf um die letzten Parkplätze wutschnaubend anzuschnauzen.

Denn:                                                                                                                          “Groll und Rache sei vergessen,
unserm Todfeind sei verziehn.” 

gilt nicht in germanischen Parkhäusern, Herr Schiller!

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Die Individualität der Lemminge

Der männliche Wohlstandsindividualist trägt Vollbart, weil alle Vollbart tragen. Der Wohlstandsindividualist trägt Markenmode, die jeder trägt. Der verwöhnte Wohlstandsindividualist braucht unbedingt die Markenelektronikartikel, die alle brauchen.

Der Wohlstandsindividualist definiert sich über die Automarken, über die sich auch alle anderen seiner Art definieren.

Der Wohlstandsindividualist lässt sich tätowieren, weil sich alle tätowieren lassen.

Der Wohlstandsindividualist will Influencer werden, weil das jetzt alle wollen.

Der Wohlstandsindividualist postet in den (a)sozialen Netzwerken, was alle posten. Der Wohlstandsindividualist folgt Trends, denen alle folgen.

Der Wohlstandsindividualist will um jeden Preis hipp und angesagt sein, weil eben alle hipp und angesagt sein wollen.

Unter dem Druck dieses permanenten Wettbewerbs und unter den Anstrengungen des immerwährenden Vergleichs mit anderen, fällt kaum noch auf, dass aus Individualismus längst Egoismus wurde.

Doch Zeit und Land brauchen mehr Menschen die eckig, kantig, eigenwillig, unangepasst, kreativ, aktiv, unternehmungslustig und auch kritisch hinterfragend sind. Echte Typen, die kein Problem damit haben von der großen  Masse der Wohlstandsindividualisten als „mega-out“ abgestempelt zu werden, denn die Zukunft gestalten Menschen, die wahrhaft individualistisch statt „mainstream-egoistisch“ sind.

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