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Schlagwort: Schülerstreik

Plötzlich Bienenretter!

Was für ein Wohltat für das neuentdeckte, persönliche grüne Klimaschützergewissen, wenn man endlich die Strecke, welche man locker laufen, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte zurücklegen können nun mit einem umweltfreundlichen Elektroauto fahren kann.

Der Ökostromtarif im Haushalt stellt sicher, dass das grüne Gewissen bei grenzenloser Energieverschwendung unangetastet bleibt.

Und im Land der Bienenretter mischt man ganz vorne mit, wenn bei ALDI eine bienenfreundliche Staude erstanden und auf dem Balkon platziert wurde. Auch wenn man nicht so recht weiß, wie man diese pflegt und am Leben hält. Egal!

Ein paar Euro an einen modernen Ablasshändler wie Atmosfair überwiesen und schon ist die Karibikkreuzfahrt getilgt und in eine blütenweiße Öko-Weste gewandelt.

Als Schüler lässt man sich von Mama und Papa von Montag bis Donnerstag mit dem 290-PS-SUV in die Schule bringen und neuerdings am Freitag zum Streik fürs Klima. Greta Thunberg sei Dank!

So wie man früher die Helden, welche Ihr Leben fürs Vaterland hergaben in Kasernen und auf Schlachtfeldern fand, so findet man heute Tierschützer, Klimahelden, Bienenretter, Hambacher-Forst-Aktivisten und Superhelden unterschiedlichster Couleur in den sogenannten sozialen Netzwerken beim aktiven Kampf am 100 % veganen Bio-Smartphone und am Fairtrade-Tablet.

Zum Glück fürs reine Skifahrergewissen ist kaum bekannt, dass die Pisten trotz Naturschnees künstlich mit wasserfressenden Schneekanonen beschneit werden, weil der anspruchsvolle Wohlstandsskifahrer auf diese Weise qualitativ hochwertigere Pisten befahren kann und nur so für die nächste Saison zum Wiederkommen animiert werden kann. Pro Hektar beschneiter Piste sind 3.000 Kubikmeter Wasser erforderlich. Allein in Tirol werden etwa 5.400 Hektar Piste mit Kunstschnee bedeckt, was einen Wasserbedarf von rund 16 Millionen Kubikmeter bedeutet. Eine einzige Propellerkanone verbraucht während der Saison bei ca. 400 Betriebsstunden soviel Strom wie ein vierköpfiger Haushalt in ungefähr 1,5 Jahren.

Schade, dass sich bis heute noch kein Öko-Startup fand, welches Schneekanonen-Ablass-Zertifikate verkauft, um endlich auch den Skiurlaub mit ein paar Euro reinwaschen zu können. Oder anders: Man muss im Januar keine Erdbeeren essen und  auch nicht Skifahren, wenn es keinen Schnee gibt.

Das Mindeshaltbarkeitsdatum ist ein vorgeschriebenes Kennzeichnungselement und legitimiert unsere unglaubliche Lebensmittelverschwendung quasi per Gesetz. 55 Kilo hochwertige Lebensmittel entsorgt jeder Wohlstandsgermane pro Kopf und Jahr in die Mülltonne. 5000 Liter Wasser sind für die Herstellung eines Kilos Käse notwendig. 1600 Liter sind es bei einem Kilo Brot. Wen juckt das schon? War schließlich alles Bio.

Wenn wir nicht endlich begreifen, dass es den Pflanzen und Tieren und auch unserem Klima völlig egal ist, mit welchen Marketingtricks wir Menschen uns gegenseitig belügen, während unser Planet vor die Hunde geht, dann schaufeln wir uns im aufmerksamkeitsgeilen Selfie-Modus unser eigenes Grab. 

So wie es niemals umweltfreundliche Autos geben wird, so kann es keine umwelt- und klimaverträgliche Verschwendung geben. So einfach ist das!

Gier frisst nicht nur an den Börsen dieser Welt Hirn. Gier frisst vor allem unseren Lebensraum, beraubt uns der Luft zum atmen und zerstört gnaden- und ersatzlos unseren wunderbaren Planeten. Es ist allerhöchste Zeit für deutlich mehr Bescheidenheit. Es geht darum, nur das zu verbrauchen, was wir wirklich brauchen. Das ist nicht viel, kann aber so viel bewirken.

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Streiken fürs Klima ist wie kacken für den Frieden!

Es war 1987 und ich steckte bis zum Hals im faulen Sozialismus der Deutschen Demokratischen Republik. Als ich eines Tages meinen Neffen aus dem Kindergarten abholte, fragte ich ihn was er gemacht hätte.

Seine Antwort lautete: „Eine Kackwurst für den Frieden!“.

So war das damals im Arbeiter- und Bauernstaat, da kämpften schon die Kleinsten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für Frieden und Sozialismus. Für alle, die nicht im Unrechtsstaat DDR leben mussten, sei hier noch erklärt, dass tatsächlich in den Kindereinrichtungen schon die kleinsten Knirpse per Losungen und Parolen, wie „Kacken für den Frieden“, auf den Klassenkampf vorbereitet wurden. Ich gebe zu, diese großartige Tat meines Neffen zur Erhaltung des Weltfriedens bis zum heutigen Tage  ausgeblendet und beinahe vergessen zu haben.

Als ich aber las, dass heute Schüler die Schule schwänzen und das als Demonstration für den Klimaschutz deklarieren, war mein Erinnerungsvermögen wieder voll da und stellte umgehend die Parallelen zur sozialistischen Variante derartigen Schwachsinns her.

Ausgerechnet die Generation junger Leute, die von ihren Eltern mit dem Diesel-SUV Tag für Tag möglichst bis ins Klassenzimmer chauffiert und ebenda wieder abgeholt werden, demonstrieren fürs Klima? Ausgerechnet die jungen Menschen, welche sich Tag für Tag in der Pause beim Bäcker gegenüber der Schule Coffee to go im Pappbecher kaufen, demonstrieren für  Klimaschutz? Junge Leute, die sich nicht vorstellen können, dass man einen Lichtschalter beim Betreten UND Verlassen eines Raumes betätigen kann, demonstrieren für den Schutz unseres Planeten? 

Ausgerechnet die Generation junger Wohlstandsmenschen, die ihren eigenen Wert und den anderer Menschen, über den Besitz des neuesten Smartphones definieren, sind nun Klimaschützer, weil sie Schuleschwänzen zur Demonstration umdeuten?

Die Auswirkung der Kackwurst meines Neffen auf den Weltfrieden beschreibt 1:1 die Wirkung der Schulschwänzer auf das Weltklima.

Die jungen Leute haben auf sehr clevere Art und Weise ihre Eltern unsere Politiker, Würdenträger der Kirchen und Gewerkschaften beobachtet und analysiert. Sie haben offensichtlich daraus gelernt, dass es heute mehr denn je ums WIRKEN und nicht ums BEWIRKEN geht.

Symbolpolitik bewegt nichts, blendet und täuscht gekonnt über seine Wirkungslosigkeit hinweg. Deutschlands Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 wird uns als gigantischer Fortschritt verkauft. Was könnten wir alle bewegen, wenn wir uns bewegen würden? Hin zur Bescheidenheit nur das zu verbrauchen, was wir wirklich brauchen.

Mal schauen, was aus diesem „ambitionierten“ Kohleausstiegsplan wird, wenn irgendwann rechte Populisten die Mehrheit im Bundestag abbilden. Kein Problem für die urbanen Wohlstandsumweltschützer, die in ihrer Loft im angesagtesten Stadtteil leben und jeglichen Bezug zur Natur längst verloren haben. Statt klug und durchdacht Strom zu sparen, buchen die einfach einen Ökostromtarif. Je teurer, umso höher ist das im Tarif inkludierte gute Gewissen und das erhebende Gefühl, besser als die anderen zu sein.

Auch hier lohnt sich eine gedankliche Verbindung zum Tagwerk meines Neffen. 

Kommt das Auto ins Spiel, gerät die emotionale Welt sehr vieler Wohlstandsgermanen aus dem Gleichgewicht. Besonders tragisch sind Wortkombinationen wie Auto und Tempolimit, Diesel und Fahrverbot oder PKW und Feinstaub.

In Hamburg wurden in 2018 die Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee für Dieselfahrzeuge gesperrt und das bietet ein ganz wunderbar anschauliches Beispiel von Symbolpolitik, denn beide Straßen liegen ungefähr 8 Kilometer Luftlinie vom Hamburger Hafen entfernt. Angeblich produzieren ja die 15 größten Seeschiffe mehr Schwefeloxide als alle Autos der Welt. Kein Problem, denn wenn es zu verzwickt wird, steigen im Ernstfall 112 Lungenärzte aus der Versenkung empor und liefern pseudowissenschaftlichen Balsam für die geschundene germanische Autofahrerseele.

Auch der Pneumologe ist nur ein Mensch und braucht Aufmerksamkeit. Jeder Dschungelcamp-Promi hat wahrscheinlich mehr Follower auf Instagram als alle Lungenärzte Deutschlands zusammengenommen.

Wenn wir also unseren Kindern und Enkelkindern weiterhin „WIRKEN STATT BEWIRKEN“ vorleben, wird sich auch in Zukunft nichts Wirkungsvolles zum Erhalt unseres wunderbaren Planeten tun. So wird wohl Steven Hawking recht behalten, indem er prophezeite, dass der Menschheit nur noch 100 Jahre bleiben, um eine unbewohnbare Erde zu verlassen.

Wer also das Schwänzen des Unterrichts so clever verkauft, dem gönne ich jeden freien Tag, hoffe aber, dass wenigstens die Spur eines schlechten Gewissens bleibt, denn das wäre ein Zeichen für einen Rest verbliebenen Realitätssinns!

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