Der Kontaktexperte

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Kategorie: Gesellschaft Seite 2 von 4

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Streiken fürs Klima ist wie kacken für den Frieden!

Es war 1987 und ich steckte bis zum Hals im faulen Sozialismus der Deutschen Demokratischen Republik. Als ich eines Tages meinen Neffen aus dem Kindergarten abholte, fragte ich ihn was er gemacht hätte.

Seine Antwort lautete: „Eine Kackwurst für den Frieden!“.

So war das damals im Arbeiter- und Bauernstaat, da kämpften schon die Kleinsten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für Frieden und Sozialismus. Für alle, die nicht im Unrechtsstaat DDR leben mussten, sei hier noch erklärt, dass tatsächlich in den Kindereinrichtungen schon die kleinsten Knirpse per Losungen und Parolen, wie „Kacken für den Frieden“, auf den Klassenkampf vorbereitet wurden. Ich gebe zu, diese großartige Tat meines Neffen zur Erhaltung des Weltfriedens bis zum heutigen Tage  ausgeblendet und beinahe vergessen zu haben.

Als ich aber las, dass heute Schüler die Schule schwänzen und das als Demonstration für den Klimaschutz deklarieren, war mein Erinnerungsvermögen wieder voll da und stellte umgehend die Parallelen zur sozialistischen Variante derartigen Schwachsinns her.

Ausgerechnet die Generation junger Leute, die von ihren Eltern mit dem Diesel-SUV Tag für Tag möglichst bis ins Klassenzimmer chauffiert und ebenda wieder abgeholt werden, demonstrieren fürs Klima? Ausgerechnet die jungen Menschen, welche sich Tag für Tag in der Pause beim Bäcker gegenüber der Schule Coffee to go im Pappbecher kaufen, demonstrieren für  Klimaschutz? Junge Leute, die sich nicht vorstellen können, dass man einen Lichtschalter beim Betreten UND Verlassen eines Raumes betätigen kann, demonstrieren für den Schutz unseres Planeten? 

Ausgerechnet die Generation junger Wohlstandsmenschen, die ihren eigenen Wert und den anderer Menschen, über den Besitz des neuesten Smartphones definieren, sind nun Klimaschützer, weil sie Schuleschwänzen zur Demonstration umdeuten?

Die Auswirkung der Kackwurst meines Neffen auf den Weltfrieden beschreibt 1:1 die Wirkung der Schulschwänzer auf das Weltklima.

Die jungen Leute haben auf sehr clevere Art und Weise ihre Eltern unsere Politiker, Würdenträger der Kirchen und Gewerkschaften beobachtet und analysiert. Sie haben offensichtlich daraus gelernt, dass es heute mehr denn je ums WIRKEN und nicht ums BEWIRKEN geht.

Symbolpolitik bewegt nichts, blendet und täuscht gekonnt über seine Wirkungslosigkeit hinweg. Deutschlands Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 wird uns als gigantischer Fortschritt verkauft. Was könnten wir alle bewegen, wenn wir uns bewegen würden? Hin zur Bescheidenheit nur das zu verbrauchen, was wir wirklich brauchen.

Mal schauen, was aus diesem „ambitionierten“ Kohleausstiegsplan wird, wenn irgendwann rechte Populisten die Mehrheit im Bundestag abbilden. Kein Problem für die urbanen Wohlstandsumweltschützer, die in ihrer Loft im angesagtesten Stadtteil leben und jeglichen Bezug zur Natur längst verloren haben. Statt klug und durchdacht Strom zu sparen, buchen die einfach einen Ökostromtarif. Je teurer, umso höher ist das im Tarif inkludierte gute Gewissen und das erhebende Gefühl, besser als die anderen zu sein.

Auch hier lohnt sich eine gedankliche Verbindung zum Tagwerk meines Neffen. 

Kommt das Auto ins Spiel, gerät die emotionale Welt sehr vieler Wohlstandsgermanen aus dem Gleichgewicht. Besonders tragisch sind Wortkombinationen wie Auto und Tempolimit, Diesel und Fahrverbot oder PKW und Feinstaub.

In Hamburg wurden in 2018 die Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee für Dieselfahrzeuge gesperrt und das bietet ein ganz wunderbar anschauliches Beispiel von Symbolpolitik, denn beide Straßen liegen ungefähr 8 Kilometer Luftlinie vom Hamburger Hafen entfernt. Angeblich produzieren ja die 15 größten Seeschiffe mehr Schwefeloxide als alle Autos der Welt. Kein Problem, denn wenn es zu verzwickt wird, steigen im Ernstfall 112 Lungenärzte aus der Versenkung empor und liefern pseudowissenschaftlichen Balsam für die geschundene germanische Autofahrerseele.

Auch der Pneumologe ist nur ein Mensch und braucht Aufmerksamkeit. Jeder Dschungelcamp-Promi hat wahrscheinlich mehr Follower auf Instagram als alle Lungenärzte Deutschlands zusammengenommen.

Wenn wir also unseren Kindern und Enkelkindern weiterhin „WIRKEN STATT BEWIRKEN“ vorleben, wird sich auch in Zukunft nichts Wirkungsvolles zum Erhalt unseres wunderbaren Planeten tun. So wird wohl Steven Hawking recht behalten, indem er prophezeite, dass der Menschheit nur noch 100 Jahre bleiben, um eine unbewohnbare Erde zu verlassen.

Wer also das Schwänzen des Unterrichts so clever verkauft, dem gönne ich jeden freien Tag, hoffe aber, dass wenigstens die Spur eines schlechten Gewissens bleibt, denn das wäre ein Zeichen für einen Rest verbliebenen Realitätssinns!

Tausend Euro Kindergeld sind nicht genug!

Selbst Tausend Euro Kindergeld pro Kind und Monat machen aus Deutschland kein kinderfreundliches Land. Sie sitzen hinter ihren Türen und Fenstern und warten auf die nächste Gelegenheit sich maßlos aufzuregen. Kinderlachen bereitet ihnen Schmerz und wenn Kinder weinen erweckt es kein Mitleid in ihren Herzen sondern „Lärmebelästigungsgroll“. 

Wenn Sie nicht so feige wären, würden sie am liebsten die Polizei rufen, wenn ein Kind im Fieber weint. Stattdessen schreiben sie einen anonymen Brief und werfen diesen klammheimlich in den Briefkasten der alleinerziehenden Mutter, die nun vor lauter Angst, aus der geradeso noch bezahlbaren Wohnung zu fliegen, ihren Kindern ab sofort einflößt: herzlich-lauthals Lachen ist verboten!

Lachen verboten! Was für eine Kindheit? Lachen verboten! Was für ein Start ins Leben? Lachen verboten! Natürliche Leichtigkeit für immer verloren? Wie sollen so starke, selbstbewusste, fröhliche und optimistische Menschen heranwachsen?

Die Politik soll mehr für Familien tun? Die Politik soll Kinderarmut verhindern? Die Politik soll Herzen wärmen? Was für ein Unsinn, was für eine Armut immer nach der Politik zu rufen. Wir sind die Gesellschaft und wir machen diese lebenswert oder eben nicht.

Was hat der Wohlstand aus uns gemacht? Wir haben von allem zu viel und doch zu wenig Güte im Herzen. Wir haben volle Kleider- und Kühlschränke, aber kein Verständnis für die Kleinsten, Schwächsten, Zerbrechlichsten in unserer Mitte?

Macht Euch locker hinter euren Gardinen, ihr germanischen Blockwarte und Gauleiter. Vom Lachen und Weinen der Kinder ist noch niemand gestorben, von funktionsuntüchtigen Herzen schon. 











Als Saufen und Prügeln noch rein germanische Bräuche waren

Früher war nicht nur mehr Lametta, es war einfach alles besser. Die Älteren unter uns können sich noch gut daran erinnern, dass es in Deutschland einst möglich war sich so richtig zu besaufen, sich die Kante zu geben, sich zuzulöten, einen zu kippen, sich einen hinter die Rüstung zu römern, sich so richtig die Rinne zu verzinken, sich einen aufs Brett zu bügeln, einen in die Sakristei zu orgeln und sich den Bug voll laufen zu lassen OHNE gleich auf der Titelseite der Frankfurter Allgemeinen und der Süddeutschen Zeitung zu landen.

Es war sogar möglich, zur deutlichen Steigerung der Freude an diesem urgermanischen Brauch eine gehörige Rauferei, eine gewaltige Prügelei, eine zünftige Schlägerei, eine üble Balgerei, eine aufreibende Reiberei, eine zänkische Zankerei und eine solide Keilerei vom Zaun und sich dabei gegenseitig die Knochen zu brechen, ohne sofort ins Visier des Innenministers zu geraten.

In diesen goldenen Zeiten war es völlig nebensächlich, ob der Schwabe dem Preußen oder der Sachse dem Bayern die Fresse poliert hat. Hauptsache alle hatten Spaß. Wenn solche Events überhaupt größere Beachtung fanden, landeten sie auf Seite Drei der regionalen Tageszeitung.

Heute ist das anders. Ganz anders.

Während Hacker einen gigantischen Datenklau völlig unbemerkt über die Bühne ziehen und sensible Informationen von Politikern, Künstlern, Journalisten und Bloggern für jedermann zugänglich ins Netz stellen, sinniert Innenminister -Luftpumpe- Horst Seehofer über strengere Abschieberegelungen, weil drei betrunkene Afghanen und ein ebenso trunkener Iraner, urdeutsches Brauchtum in Amberg unerlaubt übernommen hatten.

Das Ausmaß innenministerialer Heuchelei wird besonders deutlich, wenn man hinter die saubere deutsche Fassade schaut. Allein im Jahr 2017 wurden in Deutschland über 140.000 Menschen Opfer häuslicher Gewalt.

Es gab auch männliche Opfer, doch Frauen sind mit mehr als 82 Prozent in größerem Maße betroffen. 147 Frauen wurden dabei getötet – 141 durch Mord oder Totschlag, sechs weitere durch Körperverletzung mit Todesfolge.

Was wir nicht brauchen, ist ein “umfragegesteuerter “ Innenminister. Was wir nicht brauchen, ist noch mehr wilde Hysterie.

Was wir brauchen, ist Augenmaß. Was wir brauchen, ist Besonnenheit. Was wir brauchen, ist ein realistischer Blick auf uns selbst.

Während wir über angetrunkene Teenager, egal welcher Nationalität diskutieren, kapern Hacker erst unsere Daten, dann unser Land, unsere Demokratie und unser Leben.








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Gott und seine Handelsvertreter

Für die Kirche ist Ostern das wichtigste Fest der Christenheit und für den Einzel- und Onlinehandel ist es Weihnachten.

Dank der zahllosen, meist kriegerischen Missionierungsaktivitäten der Christenheit, wird wieder einmal das Fest der Liebe und des Friedens auf allen Kontinenten gefeiert.

Die Katholische Kirche erfand die Missionierung zu einer Zeit, da sie so fest im Sattel der Macht saß, dass sie es versäumte diese Geschäftsidee zum Patent anzumelden.

Ohne dieses Versäumnis wäre uns vielleicht Söders Kreuzzug durch die bayrischen Behörden erspart geblieben?

Die Neigung zur Missionierung scheint eine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften zu sein.

So ist diese auch bei allen Parteien zu beobachten.

Statt vernünftig miteinander zu reden, zu verhandeln, sich anzunähern, Interessen auszugleichen, machbare Kompromisse zu finden, Probleme anzupacken und zu lösen, geht es meist nur darum, dem Wahlvolk den einzig wahren Glaubenssatz zu verkaufen.

Selbstredend den jeweils eigenen.

Wenn man einmal von den wenigen braunen Schundblättern in Deutschland absieht, haben uns Redakteure von Verlagen und Sendern als eifrige Missionare über viele Jahre hinweg ihre eigene links-liberale Weltsicht als allgemeingültige Realität für Deutschland verkauft.

Doch als sich, das so missionierte Volk plötzlich über die (a)sozialen Netzwerke miteinander verknüpfen und austauschen konnte wurde schnell klar, wie viel braunes Gedankengut all die Jahre vor sich hin gären konnte.

Welche schwere Folgen solche gescheiterten Missionierungsversuche haben, kann man unter anderem an den allgegenwärtigen Rufen „Lügenpresse“ und am hoffähig gewordenen Generalverdacht der gleichgeschalteten Systemmedien ablesen. Die Schäfchen aus dem Dunstkreis von Pegida, AfD und Co sind auf ewig verloren und mit keinem sachlichen Argument zurückzugewinnen.

Das der Drang zur Missionierung eine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften ist, kann täglich in den (a)sozialen Netzwerken wie Facebook & Co auf traurige Art und Weise beobachtet werden.

So missioniert der vegane Weltenretter den verantwortungslosen Fleischesser, der „Low-Carb-Missionar“ bekehrt den „Kohlenhydrat-Gläubigen“ und der „Politisch-Unkorrekte“ missioniert den „Politisch-Korrekten“.

Ein Missionar, dem ich vor Jahren persönlich begegnete, hat mich ganz besonders beeindruckt. Es war ein Anwalt, der es wagte auf einer Hochzeitsmesse in Berlin Charlottenburg hochverliebte Menschen mit „Rosarote-Brille-Syndrom“ zu missionieren, einen Ehevertrag abzuschließen.

Sein warnender Appell, dass immerhin jede zweite Ehe geschieden wird, verhallte ungehört. Der arme Mann stand auf verlorenem Posten und doch hätte ich auf ihn hören sollen. Wer noch?

Mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz öffnet sich für die Menschheit die Tür zu einer einzigartigen Chance: Sollte es gelingen die Maschinen und Roboter völlig religionsfrei zu programmieren, könnte die Welt ein besserer Ort werden.

Ohne Religion keine Missionare und ohne Missionare eine bessere Welt. Soviel ist sicher. So betrachtet bleibt die größte Errungenschaft der Missionierung die Missionarsstellung.

Einwände, dass auch die irgendwann langweilig wird, können unter Reproduktionsaspekten betrachtet, vernachlässigt werden.

Entspannt euch und lasst frei nach dem alten Fritz, jeden nach seiner Façon selig werden.

In diesem Sinne frohe Weihnachten!

Ode an den gemeinen Jammergermanen

Freude und Götterfunken sind ihm fremd, obwohl das heimatliche Jammertal seiner Pein einem Schlaraffenland gleicht, kann der gemeine Jammergermane sein einzigartiges Glück nicht fassen und lebt in Unzufriedenheit, Zerknirschtheit, Neid und Missgunst.

Niemand kann es ihm recht machen, niemand schafft es, ihm sein unglaubliches Glück und seinen schier unfassbaren Wohlstand begreifbar, erlebbar zu machen.

Der Jammergemane schreitet nicht mit Pauken und Trompeten durch sein Leben, denn „Mimimi“ und „Mümümü“ sind seine Begleiter durch den schönsten Tag.

Ganz selbstverständlich ist es ihm im Sommer zu heiß und im Winter viel zu kalt.

„Seid umschlungen Millionen! Diesen Kuß der ganzen Welt!” hält er schlicht für eine Lügenmeldung der Systemmedien.

Anführer die ihm zurufen “Wir schaffen das!” sind ihm höchst suspekt.

“Das ist niemals zu schaffen!” entspricht eher seiner Motivation und diese Botschaft ist ihm in den Kommentarspalten bei Facebook & Co. mindestens drei Ausrufezeichen wert. Ja, drei!!!

Hat der Jammergemane nicht nur einen Freund, ein holdes Weib (oder tollen Mann) sondern auch einen fair bezahlten Job errungen,              mischt er weder Freud noch Jubel ein.

Sein Schmerz wird nun zu Höllenqualen, lässt ihn jammern, klagen, schreien.

Die Kollegen sind zwar nett, könnten aber netter sein.

Der ergonomische Bürostuhl, bekam zwar bei Stiftung Warentest ein “Sehr gut”, hat aber die falsche Farbe.

Seinen Bürokaffee muss er am WMF Automaten aufwendig selbst holen und der nervige Chef will zu allem Überfluss ab und zu wissen, was er während der Arbeitszeit mit welchem Ergebnis tut.

Wer das nicht für unerträglich und unzumutbar hält, muss schon gerne Sklave sein!

“Duldet mutig Millionen!
Duldet für die bessre Welt!”
Kann nur eine Losung direkt aus dem Kanzleramt sein, um dem Jammervolk den UN Migrationspakt doch noch schmackhaft zu machen.

 “Unser Schuldbuch sei vernichtet, ausgesöhnt die ganze Welt!”ist nur ein weiterer kläglicher Versuch der Brüsseler EU-Bürokraten, um dem malochenden Jammergermanen die Griechenlandrettung unterzujubeln.

Apropos “Griechenland”!

Kehrt der Jammergemane von seinem Luxusurlaub im 5-Sterne-Hotel zurück, wird erstmal auf Holidaychek eine lange Mängelliste veröffentlicht. Und damit diese Online-Anklage auch wirklich deutsch-perfekt ist, wird zur wasserdichten Beweisführung eine umfangreiche Bildergalerie hochgeladen.

Das Jammerjahr des Jammergermanen geht mit einem besonderen Ritual zu Ende.

Dem Fest des Lichtes, des Friedens und der Liebe: Weihnachten!

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen selbstredend viel zu niedrig sind, schlägt sich der Jammergermane mit seinem “Novemberkampfgesicht” durch die Einkaufstempel seiner Stadt und lässt sich von Verkaufspersonal, ausgezeichnet mit dem Zertifikat “Erfolgreich Kunden ignorieren”, zum Geschenkekauf inspirieren.

Das weihnachtliche Elend des Jammergermanen kann man ungefähr so beschreiben: 

33 Prozent wünschen sich einen Gutschein und 40 Prozent werden einen verschenken.

Die selbsterfüllende Prophezeiung im weihnachtlichen Jammertal führt nun geradewegs dazu, dass ausgerechnet ein Großteil der 67 %, die sich keinen Gutschein wünschten, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen solchen erhalten.

Der so beschenkte Jammergermane macht sich sogleich auf den Weg, um zwischen den Feiertagen mit seinem “Ich-bin-von-Weihnachten-und der-Familie-so-genervt-Gesicht” beim Verkaufspersonal mit “Mist-ich-muss-arbeiten-Gesicht” Gutscheine einzulösen und um im Parkhaus andere Jammergermanen, beim Kampf um die letzten Parkplätze wutschnaubend anzuschnauzen.

Denn:                                                                                                                          “Groll und Rache sei vergessen,
unserm Todfeind sei verziehn.” 

gilt nicht in germanischen Parkhäusern, Herr Schiller!

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Die Individualität der Lemminge

Der männliche Wohlstandsindividualist trägt Vollbart, weil alle Vollbart tragen. Der Wohlstandsindividualist trägt Markenmode, die jeder trägt. Der verwöhnte Wohlstandsindividualist braucht unbedingt die Markenelektronikartikel, die alle brauchen.

Der Wohlstandsindividualist definiert sich über die Automarken, über die sich auch alle anderen seiner Art definieren.

Der Wohlstandsindividualist lässt sich tätowieren, weil sich alle tätowieren lassen.

Der Wohlstandsindividualist will Influencer werden, weil das jetzt alle wollen.

Der Wohlstandsindividualist postet in den (a)sozialen Netzwerken, was alle posten. Der Wohlstandsindividualist folgt Trends, denen alle folgen.

Der Wohlstandsindividualist will um jeden Preis hipp und angesagt sein, weil eben alle hipp und angesagt sein wollen.

Unter dem Druck dieses permanenten Wettbewerbs und unter den Anstrengungen des immerwährenden Vergleichs mit anderen, fällt kaum noch auf, dass aus Individualismus längst Egoismus wurde.

Doch Zeit und Land brauchen mehr Menschen die eckig, kantig, eigenwillig, unangepasst, kreativ, aktiv, unternehmungslustig und auch kritisch hinterfragend sind. Echte Typen, die kein Problem damit haben von der großen  Masse der Wohlstandsindividualisten als „mega-out“ abgestempelt zu werden, denn die Zukunft gestalten Menschen, die wahrhaft individualistisch statt „mainstream-egoistisch“ sind.

Jag deine Mutter zum Teufel!

Jag deine Mutter zum Teufel, wenn sie dir beigebracht hat, dass man Vitamine über „Nimm Zwei“ zu sich nimmt, statt einfach einen Apfel zu essen.

Schick sie direkt in die Hölle, wenn sie dich auf Marken, Markenklamotten und Markenelektronik getrimmt hat, statt dich zu einem selbständigen, selbstbewussten und aufrichtigen Menschen zu erziehen.

Schick deinen Vater zur Hölle, wenn er dir nie beibrachte, dass man Dinge reparieren kann, statt sie achtlos wegzuwerfen. Jag deinen Vater zur Hölle, wenn er dir nicht die Spur menschlichen Urwissens vermitteln wollte oder konnte.

Sag deinem Vater, dass er jämmerlich versagt hat, indem er dich lehrte bei jeder Kleinigkeit Google zu bemühen, statt deinen gesunden Menschenverstand zu benutzen und zu schärfen.

Sag deinem Vater, dass es erbärmlich ist, Menschen nach der Marke ihres Autos zu bewerten.

Sag Deinen Eltern, dass nur Konsumidioten am Black Friday unnötigen Unsinn kaufen und daran glauben sinnvoll gespart zu haben.

Verfluche deine Eltern, denn die Wahrscheinlichkeit ist verdammt hoch, dass auch du ein Konsumidiot wurdest, der ein unglückliches Leben führt in welchem immer etwas fehlt und es immer jemanden gibt, der mehr hat als du.

In diesem bösartigen Sinne, wünsche ich allen einen nachdenklichen Black Friday!

Krawattenträger sind die wahren Rebellen!

Seit 1. Juni 2018 muss in jeder bayrischen Behörde ein Kreuz hängen. Markus Söder ließ sich medienwirksam, ein Kreuz an die Wand nagelnd, ablichten und faselte etwas von Identität in die Mikrofone von Reportern. Wen, außer den bayrischen Devotionalienhändlern, nutzt eine solche Aktion?

Cui bono?

Am 1. Mai 2015 trat das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen (FüPoG) in Kraft. Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, gilt eine Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in etwa 100 großen Unternehmen.

Cui bono, denn Frauen in anderen Positionen verdienen bei exakt gleicher Tätigkeit durchschnittlich sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Mittlerweile gibt es ein ganze Reihe von Vorständen und Geschäftsführern, deren bleibendes Vermächtnis es sein wird, das “Du” und die “Krawattenfreiheit” im Unternehmen eingeführt zu haben. Was für eine grandiose Leistung?

Währenddessen wurden zahllose Bankfilialen geschlossen, oder die Auflagenentwicklung der Zeitung ging auf Sinkflug, immer mehr wichtige Schlüsselpositionen konnten im Unternehmen nicht mehr mit qualifizierten MitarbeiterInnen besetzt werden. Seit Jahren werden wichtige Investitionen vertagt. Statt ein modernes Customer-Relationship-Management- Systems zu nutzen, werden wichtige Kundendaten per Excell provisorisch verwaltet. Hauptsache wir tun dies per Du und ohne Krawatte.

Cui bono?

Immer häufiger wird Politik durch Symbol-Politik und echte Führung durch Symbol-Führung ersetzt. Doch Management by Strohfeuer nutzt immer nur dem, der es entzündet. So wird mancherorts das Tragen einer schicken Krawatte zu Hemd und Anzug zum Zeichen des Widerstandes wahrer Rebellen.

Sie können zaubern! Glaubt mir!

Zeugt sie, adoptiert sie, fahrt ins Ausland und organisiert euch eine Eizellspende. Pfeift auf die verlogene Moral der Kirchen. Holt Euch diese fantastischsten Zauberer ins Haus.

Koste es, was es wolle!

Lasst euch verzaubern von ihrer unglaublichen Magie. Sie wandeln Schlafentzug in Kraft und Energie. Das ist nicht immer sofort zu spüren. Ich brauchte drei Jahre um das zu verstehen, dafür spüre ich es heute umso kraftvoller.

Sie wandeln Konsumverzicht in wahrhaftes Glück. In Freude pur!

Sie wandeln Karriereverzicht in echte Lebenszeit. Tiefgründig, einfach, bescheiden und doch so genial.

Diese kleinen raffinierten Biester, schaffen es sogar, dass wir die besten Partys absagen. Irgendwie freiwillig, weil es uns nun so wichtig ist, sie friedlich in ihrem Bettchen schlafen zu sehen. Um sofort zur Stelle zu sein, wenn in ihren Träumen dunkle Wolken aufziehen die sie unruhig werden lassen.

Sie lassen uns die grausamste Form der Sehnsucht spüren, wenn wir nicht in ihrer Nähe sein können und sie verschaffen uns das höchste Glücksgefühl, wenn wir sie nach einer Zeit der Trennung endlich wiedersehen und in unsere Arme nehmen können.

Es besteht kein Zweifel: Kinder können zaubern! Unglaubliche Magie.

Wohlstandsdemenz zerstört Gesellschaft und Umwelt!

Wohlstand macht dement. Es kann gar nicht anders sein.

Wie lässt es sich sonst erklären, dass der gemeine Wohlstandsgermane Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr exakt den gleichen Weg zur Arbeit geht und Morgen für Morgen einen aus China importierten Pappbecher benötigt, um sich seinen täglichen Morgenkaffee hinter die Binde zu kippen?

Wie lässt es sich erklären, dass der germanische Wohlstandsbürger immer wieder staunend an der Kasse des Supermarktes feststellt, dass er seinen gigantischen Wohlstandswochenendeinkauf irgendwie nach Hause transportieren muss und dafür schon wieder neue Plastiktüten kaufen muss?

Wie lässt es sich erklären, dass der vom Wohlstand gesegnete Bürger beim Betreten eines dunklen Raums intuitiv und zielgenau den Lichtschalter betätigt und sich kurze Zeit später beim Verlassen der Räumlichkeit nicht mehr erinnern kann, dass es überhaupt Lichtschalter gibt?

Wie lässt es sich sonst erklären, dass der verwöhnte Wohlstandsmensch allerorten Geschäfte und Shoppingcenter voller Waren wie im Schlaraffenland erwartet, bei Amazon & Co. einkauft und sich gleichzeitig über die vielen LKWs auf deutschen Autobahnen beschwert?

Muss man nicht krank sein, um nicht zu verstehen, dass verschmutzte Luft, belastetes Wasser und Nahrung voller Chemie früher oder später krank machen?Muss man nicht krank sein, um Konsum mit Glück zu verwechseln?

Was musste mit Menschen geschehen, die lieber tausende Textnachrichten über ihre Smartphones versenden, statt miteinander zu sprechen?

Wie schlimm muss es um Menschen stehen, die meinen in einer Art vollautomatischen Demokratie zu leben, wo es ausreicht alle paar Jahre Kreuzchen auf Wahlzettel zu setzen?

Ist der Wohlstandsmensch im Endstadium seiner Wohlstandsdemenz angekommen, wenn er die Sehnsucht nach einem Leben in einer Diktatur und unter einem starken Anführer entwickelt hat?

Wie könnte die Behandlung einer solchen Erkrankung erfolgen? Was müssten die Inhaltsstoffe einer wirksamen Medizin gegen Wohlstandsdemenz sein?

Ganz sicher Bescheidenheit, Sparsamkeit,  Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Respekt, Leidenschaft und Engagement. Ganz sicher Herz, gesunder Menschenverstand und Liebe.

 

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