Der Kontaktexperte

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Schlagwort: Digitalisierung

Digitale Businesskasper in analoger Verzweiflung

„LinkedIn will das größte Karrierenetzwerk der Welt sein. Tatsächlich ist es vor allem eine internationale Resterampe für traurige Selbstdarsteller. Nirgendwo treten Schaumschlägerei und Selbstbetrug so offensichtlich zutage, findet Florian Gehm“. Schon jetzt haben sich die 4,60 Euro für die Welt am Sonntag Nr. 48 vom 1. Dezember gelohnt. Es folgt eine „Typologie der Narzissten“.

Wunderbar auf den wunden Punkt gebracht, wird „Der Möchtegern“ beschrieben. Der ist selbstredend „Keynote Speaker, Moderator und zukunftsorientierter Querdenker“. Weiter geht es mit der „Verkäuferin“. Sie ist laut ihres LinkedIn Accounts Head of Recruiting. Wahlweise auch Pressereferentin die unwichtige Käseblattredakteure für unwichtige Pressetermine erwärmen muss. Oder Personalchefin, die prekäre Beschäftigungsverhältnisse in der Entsorgungsbranche als großartige Karriere-Opportunity anpreist.“. So köstlich bin ich Sonntagabend schon lange nicht in die neue Trainingswoche gestartet. Auf diese Weise freue ich mich nicht nur auf meine Praxistrainings mit echten Menschen in der realen Geschäftswelt, sondern auch auf die neue „LinkedIn-Woche“.

Bingo! Schon am Montagmorgen, ich genieße um 8 Uhr einen guten Café Crema in einer Ulmer Bäckerei, erreicht mich eine Nachricht aus der LinkedIn-Erfolgswelt. Es schreibt mir direkt aus dem „Social-Media-Kolloseum“ der „Online Marketing Gladiator“:

„Lieber Jörg, LinkedIn schlägt Dich seit mehreren Wochen als neuen Kontakt vor :-). Bei 45 gemeinsamen Kontakten und ähnlichen Interessen, finde ich das eine super Idee. Freue mich, wenn Du meine Einladung annimmst. Lieben Gruß! M.”

Die meisten Gladiatoren im alten Rom waren Sklaven, freigelassene oder verurteilte Verbrecher. Deshalb war ich über soviel Freundlichkeit sehr erstaunt und habe die Einladung schnell angenommen. Die drei Zacken einer Fuscina, können schon sehr überzeugend sein. Jetzt ahne ich zumindest, dass “vernetzen” auf LinkedIn möglicherweise vom Retariusnetz des gleichnamigen Gladiators im alten Rom abgeleitet wurde. Aber da sind ja noch die 45 gemeinsamen Kontakte. Im Sinne Florian Gehms, also 45 Restposten. Der Gladiator und ich mittendrin. Was für ein trauriges Bild.

Ich gönne mir noch einen Espresso und starte in einen lebendigen Trainingstag an vorderster Verkaufsfront. Mit echten VerkäuferInnen und genauso echten Kunden. Die Realität ist nicht immer romantisch, dafür aber echt. Abends im Hotel angekommen, lege ich wie immer meine Laufsachen bereit, weil am Morgen jede Sekunde zählt. Die beste Altersvorsorge ist ja noch immer ein wacher Geist in einem fitten Körper.

Pling! Mein iPhone signalisiert mir, dass eine neue Nachricht meine Aufmerksamkeit fordert.

Enrico aus NRW, seines Zeichens Coach, Personal Trainer, Entrepreneur, Founder und so weiter und so fort, hat mir geschrieben. Er teilt mir mit, dass er Unternehmern hilft endlich wieder schlank und richtig fit zu werden. Enrico will wissen, was er für mich tun kann. Aber woher soll ich das wissen? Also habe ich zurückgefragt, ob ich so dick und unsportlich auf meinem Profilfoto aussehe. Enricos Antwort lässt seither auf sich warten.

Mein wichtigstes Geschäfts- und Lebenspsprinzip lautet: 

“WISSEN STATT VERMUTEN”.

Deshalb habe ich mir in den vergangenen Jahren auch LinkedIn genauer angesehen und hier als Restposten auf der Resterampe höchstselbst aktiv mitgemacht. Doch bevor ich mein Fazit ziehe, muss ich noch kurz in meine LinkedIn-Karriere-Nachrichten schauen.

Wow! Eine Nachricht von einem Globalisierungsexperten. Für mich? Ich kann mein Glück kaum fassen. Er schreibt:

“Hallo Herr Heinicke, wie gehts Ihnen? Wir sind zwar in Xing vernetzt, aber bisher leider ohne konkreten Ansatz. Welche Themen sind für Sie denn interessant, bzw. welche Kontakte wären u.U. wertvoll damit wir in 2020 Synergien finden?  Beste Grüße René G.”

Moment bitte, ich antworte Hern G. gleich noch, denn im weltgrößten Karrierenetzwerk muss man schnell sein, wenn man vorwärtskommen will. 

“Hallo Herr G., es ist mir neu, dass wir in XING vernetzt sind. Das haben Sie bei “copy und paste” Ihrer Nachricht bestimmt übersehen. Wie oft jagen Sie solche Nachrichten in die Welt? Welche Synergien meinen Sie? Mit freundlichen Grüßen Jörg Heinicke”

Abropos Schnelligkeit: Herr G. hat mich jetzt blockiert.

Verdammt, wieder ein wertvoller Kontakt weniger. Was, wenn ausgerechnet Herr G. vom Universum geschickt wurde, um endlich meiner Karriere zum Durchbruch zu verhelfen? 

Wenn ich diesen Blogbeitrag fertig geschrieben habe, “feuer” ich gleich noch ein Dutzend Kontakanfragen raus. Der Kampf um Kontakte und Follower ist auf so einer internationalen Resterampe gnadenlos. Ich habe keine Ahnung, was mit mir und meinen Karriereaussichten geschieht, wenn LinkedIn auf diesen Blogbeitrag aufmerksam wird. Wird mein Account gelöscht? Werde ich von meinen Kontakten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag blockiert und so in die totale Kontaktarmut der digitalen Social-Media-Wüste geschickt?

Und wenn schon! Die Menschen auf den Philippinen verdaddeln statistisch betrachtet 252 Minuten am Tag auf sozialen Netzwerken. Die US-Amerikaner glotzen täglich 124 Minuten auf ihre Smartphones, um sich von Hass, Fake News und Katzenvideos die Meinung bilden zu lassen. Die Chinesen sind ihnen dabei mit 117 Minuten beängstigend dicht auf den Fersen. Mangels Internetverfügbarkeit liegen wir Deutsche mit 64 Minuten abgeschlagen auf dem vorletzten Platz des statistischen Rankings.

Die Japaner leben auch im Bezug auf Social Media sehr gesund und verschwenden auf diese Weise nur 36 Minuten am Tag. Mit Blick auf die enorme Zeitverschwendung der Spitzenreiter erscheint doch der lückenhafte Internetausbau in Deutschland in einem völlig neuen Licht.

Der Redakteur einer namhaften Zeitung verschaffte kürzlich mit folgender Zeile einem Artikel auf LinkedIn bescheidene Aufmerksamkeit: 

“Aufmerksamkeit ist heute die wichtigste Währung…”  

Mein entsprechender Kommentar blieb unbeachtet, denn für ernsthafte Dialoge fehlen Zeit und Aufm…, naja Sie wissen schon:

“Aufmerksamkeit ist keine Währung! Die Gier nach Aufmerksamkeit schafft nur noch mehr Oberflächlichkeit und schadet u.a. Journalismus und Demokratie. Es gab eine Zeit, da konnte man Aufmerksamkeit im Sinne von Konzentration auf Wichtiges verstehen. Heute geht es um Aufmerksamkeitsgeilheit im Sinne von Voyeurismus.”

Angeblich hat das Internet weltweit 4,4 Milliarden Nutzer. Circa 3,5 Milliarden sollen in den sozialen Netzwerken aktiv sein. Manchen genügt es Freitagabend “Nr. 75 Honkong Ente”  per Smartphone in die Welt zu posten. Social-Media-Gladiatoren, Enrico, René und all den anderen Entrepreneuren, Foundern, Keynote Speakern und digitalen Kaffeesatzlesern reicht das nicht. Die posten im Stundentakt direkt von der Restpostenrampe ihre Botschaften in die globalisierte Welt hinaus. Schaut man sich das genauer an, “ernten” sie dafür, wenn es gut läuft, ein paar “Mitleid-Likes” oder einen aus drei Emojis bestehenden Kommentar. Wahrscheinlich von einem ihrer philippinischen Kontakte.

Was für ein gigantischer Haufen digitalen Nachrichten-Mülls! Ob ich da auch noch ein Bildchen, ein Smartphone-Video oder eine Binsenweisheit oben drauf packe oder es einfach lasse, bleibt sich gleich.

Reid Hoffman, Gründer von LinkedIn und Jeff Weiner als CEO hätten ihren Mitgliedern vielleicht genauer erklären sollen, dass man mit Likes und Emojis weder Miete noch Leasingraten zahlen kann, denn oberflächliche 0-8-15-Aufmerksamkeit ist eben keine Währung für die Masse. Früheren Generationen wurde das Märchen “Vom Tellerwäscher zum Millionär” erzählt. Heute sind es die Storys von Haustieren und Teenagern, die als Influencer ganz easy Millionen scheffeln.

Seit jeher ist die erste Million die schwerste.                                               

Der Wegbegleiter dieses Traums bleibt für die allermeisten auch in der digitalen Welt die analoge Verzweiflung.

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Digitales Harakiri

Die 1200 Kilometer südlich der japanischen Hauptstadt im Pazifik gelegene vulkanische Insel Iwojima war schon immer ein unwirtlicher Ort fernab des Weltgeschehens. Doch das änderte sich 1943 auf dramatische Weise, als die japanischen Streitkräfte der 109. Heeres-Division und Soldaten der Kaiserlichen Japanischen Marine auf Iwojima unter dem Oberbefehl von Generalleutnant Tadamichi Kuribayashi, erbitterten, blutigen Widerstand gegen die vorrückenden US-amerikanischen Truppen leisteten.

Der Blutzoll war extrem hoch. Jeder dritte der im Pazifischen Krieg gefallenen Marines starb auf dieser Insel, fast 7000. Die Zahl der japanischen Gefallenen war dreimal so hoch. Der Legende nach wählte Generalleutnant Kuribavashi den ritualisierten männlichen Suizid Seppuku.

Von dieser Art des Suizids gab es in Japan eine ganze Reihe gruseliger Varianten, wie zum Beispiel Kappuku („Aufschneiden des Bauchs“), Tofuku („Schlachten des Bauchs“), Isame Fuku  (dt. etwa „Suizid aus Protest gegen eine Entscheidung“), Junshi („in den Tod folgen“) bei Gefolgsleuten, die ihrem Herren in den Tod folgten. Die Kamikaze-Spezialangriffstruppe verstanden sich auch im Bushidō-Kodex der japanischen Kultur, Die jungen Piloten sahen es als eine Schande an ihrer Ehre an, vom Feinde gefangen zu werden, und zogen den Tod der Gefangenschaft vor.

Diese rituellen Selbstmorde blieben uns Deutschen bisher eher auf rätselhaft gruslige und exotische Art und Weise fremd. Doch das scheint sich nun im Zuge der Digitalisierung zu ändern. Vor allem Zeitungsverlage entdecken zunehmend die Lust am rituellen Suizid. Männer und Frauen deren Schwert das Wort ist, schlachten in einer bisher unbekannten Lust am Selbstmord ausgerechnet das Produkt ab, mit denen sie den absoluten Löwenanteil ihrer Einnahmen generieren:

die klassisch gedruckte Tageszeitung.

Mit “Print ist tot!” rammen sie sich das Schwert in den eigenen Bauch, um dieses mit “In ein paar Jahren gibt es keine gedruckten Zeitungen mehr” qualvoll in der Wunde zu drehen. Der Profi-Samurai setzt beim Harakiri seinem Leben ein Ende indem er seinen Kopf nach vorne senkt und damit seinem Sekundanten das Signal gibt ihm den Kopf abzuschlagen, um so die Qualen schnell zu beenden.

In der Zeitungswelt ist das der Verkauf von Print-Titeln. DuMont liefert gerade mit dem Verkauf des Berliner Verlags (Berliner Zeitung und Berliner Kurier) ein aktuelles Beispiel für die neue Lust am Print-Suizid. Bereits Anfang 2019 hatte DuMont erklärt, sich von allen Zeitungen trennen zu wollen, weil diese keine Zukunft hätten.

Also Kopf ab!

Die Zeitungsleute ähneln dabei weniger den stolzen Samurai, dafür aber umso mehr den Lemmingen, welche sich von der Klippe in den sicheren Tod stürzen. Bei den Lemmingen handelt es sich jedoch nur um eine nicht zutreffende Legende, bei den Zeitungsmachern um bittere Realität, wie man am Beispiel von DuMont gut erkennen kann. Wer auch nur noch ein gutes Haar an der gedruckten Zeitung läßt, muss ein „Fortschrittsverweigerer“ und „Ewig-Gestriger“ sein. Seit die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft mehr und mehr zusammenschrumpften, ist das Abo-Geschäft mit der klassischen gedruckten Tageszeitung die tragende Säule der Zeitungsverlage. Wenn also ein Verlagsmitarbeiter, egal in welcher Position “Print ist Tod”äußert, dann ist das nicht nur Harakiri, sondern auch noch völliger Unsinn auf Basis purer Vermutungen. “Die Zukunft liegt in digitalen Produkten.” mag in anderen Bereichen und Branchen durchaus zutreffen, im Bezug auf die Tageszeitung entspricht eine solche Aussage einfach nicht der Realität und erst recht nicht der Erwartungshaltung der Kunden.

Stellen Sie sich einen Besuch in ihrem Lieblingsrestaurant vor, bei dem Sie der Inhaber mit Handschlag begrüßt, die Speisekarte überreicht und ihnen dabei zuflüstert: “Ich muss Sie warnen, wir haben einen Social-Media-Experten als Koch eingestellt und er kann alles, außer kochen.”

Vor 15 Jahren habe ich mein erstes Projekt bei einem Zeitungsverlag durchgeführt, seitdem sind zahllose Trainings und Projekte in der Verlagswelt zwischen Nord- und Bodensee dazugekommen. Es reicht mir nicht, eine Keynote per Power Point abzuspulen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass allein durch reden keine Entwicklungen vorangebracht und keine Werte geschaffen werden. Deshalb finden 90 % meiner Aktivitäten bei Verlagen live am Kunden, am Leser, am Abonnenten statt. Also an vorderster Abofront, dort wo Redakteure und andere Entscheidungsträger mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nie mit ihren Kunden gesprochen haben.

Was nicht nur sehr schade, sondern auch fahrlässig ist, denn Kunden haben keinen Zutritt zu den Meetings in denen man fernab der Realität, bei Kaffee und Bahlsen-Keksen über Digitalisierung, Disruption, Urban-Pricing, Social-Selling und ähnlichem Modekram philosophiert. Wer direkt und persönlich mit den Menschen in Deutschland zum Thema „Zeitung lesen“ spricht, erfährt dabei, dass ca. 85 – 90 % die klassische gedruckte Variante auf  Papier deutlich bevorzugen.

Nur ca. 10 % wollen auf Tablet, Smartphone & Co. lesen.

Die klassischen Leser verfügen ebenfalls über technische Vollausstattungen und sind keine pauschalen „Technik-Verweigerer“, liefern jedoch viele schlüssige Argumente weshalb sie ihre Zeitung auch weiterhin bevorzugt auf Papier lesen wollen. Eines davon: “Ich starre schon den ganzen Tag im Büro auf einen Bildschirm, dass will ich beim Lesen meiner geliebten Tageszeitung nicht auch noch tun.” Die „Digital-Maßnahmen“ und die Gewichtung zwischen digitalen Aktivitäten und klassischen Print-Aktivitäten laufen in vielen Verlagen Lichtjahre entfernt an diesem Bedarf und an den Wünschen der Kunden vorbei.

Wer nicht hinhört, was seine Kunden wollen, bekommt Probleme oder hat sie schon. Wer als Gastwirt seinem Gast ungefragt ein Schnitzel serviert, muss sich nicht wundern, dass der Vegetarier das Restaurant unzufrieden verlässt und eine entsprechende Bewertung bei TripAdvisor hinterlässt.

Doch wer hat den Mut und das Wissen von der Basis aus dem Strom der Lemminge auszusteigen? Nicht per digitalem Harakiri den Ehrentod zu sterben? Wer hat den Mut wie an der Börse antizyklisch zu handeln und in die klassische gedruckte Tageszeitung zu investieren? Wer hat den Mut PRINT als extrem zeitgemäß zu vermarkten und zu verkaufen?

Gedruckte Tageszeitungen sind wichtiger und zeitgemäßer denn je.

In der digitalen Welt werden fast nur noch die Überschriften überflogen, um sogleich per Kommentarfunktion bei wenig Ahnung viel Meinung abzusondern. Der Leser der klassischen Zeitung hingegen, genießt bei einer guten Tasse Kaffee oder Tee ungestört den gesamten Artikel. Er ahnt zu seinem Glück nicht, welch Abgründe sich in den Kommentarspalten der digitalen Welt auftun. Für ihn ist die gedruckte Tageszeitung mittlerweile eine Art Wellness-Produkt. Manche Leute nennen diese Lesezeit Quality-Time. Technische Geräte, welche Nachrichten per Mail, Whatsapp und anderen Messenger-Diensten empfangen können, sind heute die gefährlichsten Konzentrationskiller. Ständig fordern sie mit unterschiedlichsten Signaltönen unsere Aufmerksamkeit und lenken uns vom Wesentlichen ab.

Das tut eine gedruckte Zeitung nicht. Welch ein Glück! Was für ein Vorteil!

Algorithmen sind die treuen Vasallen der Herrscher in der digitalen Welt und sie nehmen die Leser digitaler Inhalte unmerklich in Gefangenschaft. Nicht grausam in einer dunklen Gefängniszelle, sondern in einer weichgespülten und gemütlichen Filterblase, die uns eine Welt vorgaukelt, wie wir sie uns wünschen. Hier entwickelt die klassiche Zeitung auf Papier einen grandiosen, unschlagbaren Vorteil und Nutzen, denn in ihr kann man lesen, was hoffentlich die besten Redakteure und Journalisten der Region gewissenhaft recherchiert und miteinander in Zusammenhang gebracht haben. Ohne Rücksicht auf Parteien und Anzeigenkunden.

Ganz besonders clevere Redakteure stellen sicher, dass ihre Inhalte nicht in den (a)sozialen Netzwerken geteilt und verbreitet werden, denn was nichts kostet ist nicht nur nichts wert, sondern findet sich bei Facebook und Co. mitten in Fake News und Hass-Kommentaren wieder. Künftige Abonnenten werden so nicht erreicht, dafür Überschriftenleser und frustrierte Social-Media-Wutbürger.

Man muss nicht zum digitalen „Fortschrittsverweigerer“ mutieren, um die gewaltigen Gefahren der digitalen Welt zu sehen. Wer diese jedoch erkennt, weil er sich damit ernsthaft auseinandersetzt, sieht auch die enormen Chancen, welche noch immer in einer klassisch gedruckten Zeitung stecken. Sie ist die augenfreundlichste Alternative zu Fake-News, Hass-Kommentaren und Oberflächlichkeit. Sie ist längst nicht mehr der schnellste Weg der reinen Informationsbeschaffung, aber Sie ist der beste Weg sich in Ruhe mit einer Sache zu beschäftigen, sich die Zusammenhänge zu erschließen und unsere komplexe Welt zu verstehen. Vorausgesetzt die Zeitung wurde von echten Profis gemacht, gedruckt und zugestellt.

Im Schaufenster einer Düsseldorfer Buchhandlung las ich vor einigen Jahren auf einem Plakat: “Lesen gefährdet die Dummheit!” ich aktualisiere es heute so: “Analoges Lesen gefährdet die Dummheit, schützt vor Kurzsichtigkeit im wörtlichen und übertragenen Sinne!”.

Totgesagte leben länger. Es lebe Print!

Was haben Abonnements von Tageszeitungen mit Laufschuhen gemeinsam?

Mit Laufschuhen Abonnenten gewinnen und Auflage stabilisieren

Future

Disruptive Showmaster mit künstlicher Intelligenz

Echte Macher, wahre Unternehmer, anpackende Pragmatiker und coole „Ärmelhochkrämpler“ halten es mit der Zukunft so wie es Abraham Lincoln wunderbar treffend auf den Punkt brachte:

„Das Beste an der Zukunft ist, dass sie uns immer einen Tag nach dem anderen serviert wird.“

Wer im HIER und HEUTE etwas von Bedeutung zu sagen, zu bieten und zu tun hat, der hat weder Zeit noch die Motivation permanent von irgendwelchen Zukunftsvisionen zu faseln. Wer im HIER und HEUTE etwas Abrechenbares für seine Kunden, Geschäftspartner, Freunde, Familie und unsere Gesellschaft leistet, muss nicht in die Ferne schweifen und Geschichten aus der Kristallkugel erzählen.

Wer im HIER und HEUTE nichts Zählbares auf die Habenseite der Wertschöpfung einzahlen kann, muss sich zwangsläufig als moderner Wahrsager und digitaler Kaffeesatzleser in Szene setzen.

An Sprüchen wie: „So geht Zukunft…“ oder „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“ kann man diese pseudodisruptiven Neuzeit-Orakel gut erkennen.

Auf den Profilfotos ihrer Accounts in den (a)sozialen Netzwerken tragen sie gern ein Mikrophon oder Headset zur Schau. Da sie scheinbar kaum etwas anderes zu tun haben, „sülzen“ sie irgendwelchen dahingestammelten Blödsinn per Smartphone-Video in die Welt und lassen sich mit Standard-Floskeln ihrer oberflächlichen Follower feiern.

Eine Profilerin mit seltsamer Frisur, scheint den im Jahre 2002 in Berlin verstorbenen Horst Wendland, Produzent der Edgar Wallace Filme aus den 1960er Jahren, wiederbelebt zu haben. Diese Dame stellt Schwarz-Weiß-Grusel-Videos mit Führungs-Binsenweisheiten ins Netz und erzielt damit irren Erfolg oder mindestens unglaubliche Reichweiten.

Das Schein-Erfolgsrezept lautet:

Mach irgendwas mit New Work und Disruption. Natürlich dürfen Begriffe wie Digitalisierung und Transformation nicht fehlen. Extrem wichtig ist ein Expertenstatus in Sachen künstlicher Intelligenz. Wichtig ist das Profilfoto mit Mikrofon. Am besten so ein kleines Mini-Mikrofon, denn dieses gilt als sicherer Beweis dafür, dass man zu den Top Keynote Speakern gehört. Poste ab und zu einen Screenshot von deinem millionenschweren Google AdSense Account, der beweist, dass Du zu den ganz großen Fischen im digitalen Teich gehörst. Und ganz besonders wichtig sind die Smartphone-Videos in denen man einfach so drauflos labert, ohne zu wissen, was man eigentlich sagen wollte. Bei Smartphone-Selfie-Videos hilft nur eine Strategie: Viel hilft viel! Hau die Dinger raus. Am besten jeden Tag eins. 

Während sich die disruptiven Digital-Transformierer in den (a)sozialen Netzwerken gegenseitig „zumüllen“, laufen die Dinge in der realen Welt deutlich langsamer, dafür aber beständig. Vielleicht werden wir in 20 Jahren von autonom fahrenden Autos ins Büro oder durch den Stadtverkehr zum Flughafen gebracht? Sicher ist, dass dann immer noch  ein Pilot aus Fleisch und Blut im Cockpit des Flugzeugs sitzen wird. 

Und es ist weder schlimm noch ungewöhnlich, dass es noch so lange dauert, bis die digitalen Märchen von heute wahr werden, denn machen, forschen, entwickeln und reale Werte schaffen ist nun einmal deutlich anstrengender und zeitintensiver als Keynotes zu „speaken“.

Disruptive Selbstzerstörung kann der Theoretiker leicht und schmerzfrei predigen. Es am eigenen Leib in die Tat umzusetzen ist alles andere als ein vergnüglicher Modetrend.

Wer wenig bis nichts im HIER und JETZT zu bieten hat, muss zwangsläufig in zukunftsferne unüberprüfbare Sphären ausweichen.

Wer heute ein gutes Brot gebacken hat. Wer heute einen jungen Menschen vom Sparen überzeugte. Wer heute einer alten Dame seinen Sitzplatz in der überfüllten Straßenbahn überließ. Wer heute ein gutes Buch oder eine gute Zeitung las und sich Zeit für Details und Zusammenhänge nahm, der hat mehr für unsere Zukunft getan, als alle digitalen Showmaster zusammen. 

Die Zukunft wird frei nach Lincoln Tag für Tag im HIER und JETZT gestaltet. Am besten mit Blick auf die Menschen, auf die Erhaltung der Natur und unseres Planeten.

digitaler überwachungsstaat

Alexa, wie geht es eigentlich Erich Mielke?

In letzter Zeit muss ich immer wieder an den 1. November 1994 und an das letzte großartige Buch von Roger Willemsen denken: „Wer wir waren“. Warum?

An jenem fernen Novembertag hatte ich das zweifelhafte Vergnügen erstmals meine persönliche Stasiakte einsehen zu dürfen. Als Freigeist und Hobbymusiker mit Band hatte ich in der Deutschen (Un)Demokratischen Republik die Aufmerksamkeit der Genossen aus dem „Mielke-Ministerium“ auf mich gezogen. Es war schon kurios, armselig, banal, erschreckend und gefährlich zugleich, was da so „zusammengespitzelt“ und zusammengereimt wurde. Besondere Brisanz ergab sich vor allem durch WEN dies geschah. 

Ich mache es kurz: Niemand kann sich ernsthaft so einen Überwachungsstaat wünschen, außer die Unterdrücker, die einen solchen Staat lenken. Und das gilt heute mehr, denn je!

Kürzlich las ich wie unglaublich toll es ist, wenn Alexa einen guten Morgen wünscht. Und das war nur der Anfang einer ganzen Reihe grandioser Nachrichten, denn Alexa kann Fragen beantworten wie zum Beispiel:

  • Alexa, wie ist das Wetter [optional mit Ortsangabe]?“
  • „Alexa, wird es morgen regnen?“ (ohne Garantie!)
  • „Alexa, wann ist Winteranfang?“
  • „Alexa, warum ist der Himmel blau?“
  • „Alexa, welches ist der höchste Berg der Erde?“

Diese Alexa kann unglaubliche Dinge tun. Zum Beispiel Licht einschalten. Was für ein Mehrwert für unser Leben! Alexa kann unseren Lieblingsradiosender Zehntelsekunden schneller einstellen, als wir es bisher mit  der Speichertaste an unserem Radio hinbekommen hätten. Wenn man diese Zeitersparnis auf 100 Jahre hochrechnet, reicht das für ein LIKE unter einem schönen Katzenfoto auf Facebook!

Liebe Alexa-Fans, stellt euch vor es hätte in der DDR einen Versandhandel gegeben, bei dem man sich seinen eigenen Stasispitzel zur persönlichen Überwachung hätte bestellen können. Ihr wärt dort die besten Kunden mit Platin-Staus gewesen. Wer per Fitnesstracker & Co. seine Joggingrunde, seine Herzfrequenz, die Schrittanzahl und tausend andere Daten mit der ganzen Welt teilt, spielt in der gleichen Liga der Ahnungslosen, die offensichtlich vor lauter “Aufmerksamkeitsgeilheit” nichts zu verbergen haben. Wir haben unsere Privatsphäre dem Wunsch nach mehr und mehr oberflächlicher Aufmerksamkeit geopfert, haben eine handvoll echter Freunde gegen eine Karawane anonymer Follower getauscht.

Es ist völlig idiotisch zu glauben, dass der technische Fortschritt prinzipiell schlecht ist. Genaus idiotisch ist es aber auch zu glauben, dass technischer Fortschritt per se gut ist und völlig unkritisch hingenommen werden sollte. Hier baut sich die gedankliche Brücke zu Willemsens Buch.

“Wer wir waren“ ist eine Mahnung an die Menschen, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen und der Gedankenlosigkeit und Oberflächlichkeit zu entrinnen. Willemsen analysiert messerscharf, welche absurden Fehleinschätzungen wir als moderne Wohlstandsmenschen treffen. Er benennt dabei sehr genau, welche unserer Annahmen völlig irrsinnig sind. Zum Beispiel, dass alles, was neu ist, immer auch besser ist. Wir leben für die Zukunft, schmieden uns grandiose Pläne und glauben unermüdlich daran, dass alles später besser sein wird. Die Zukunft ist für uns immer positiver als die Gegenwart und darüber vergessen wir, dass diese Gegenwart unsere reale Lebenszeit ist. Und die ist alles, was wir haben.

Roger Willemsen war kein Freund von Smartphones. Wer „Wer wir waren“ gelesen und sich mit den heutigen “Smartphone-Krankheiten” beschäftigt hat, kann das gut verstehen, denn Aufmerksamkeit wird zum wertvollsten Gut und der Konsum zum Heilsversprechen. Die Menschheitsgeschichte ist reich an Beispielen in denen die Ethik immer wieder unter die Räder der Gier und des Macht- und Gewinnstrebens geriet. Wer es heute wagt nur leise Zweifel am allgemeinen Digitalisierungswahn zu äußern gerät genauso schnell unter Verdacht ein Bremser, Nörgler und Ewiggestriger zu sein. Im Strom der Lemminge, die sich heute gerne von allwissenden Keynote Speakern anführen lassen, bleibt weder Platz noch Zeit für ein reflektierendes Innehalten. 

Heute kann ich als Vater meine Kinder fragen: “Was wollt Ihr mal werden?” und erhalte Antworten wie: Polizist, Tierärztin und Feuerwehrmann. Aber auch das wird wohl schon bald der Vergangenheit angehören. Wer werden wir also sein? Gelangweilte Konsumidioten die Influencern beim „Unboxing“ zuschauen, während unser Planet vor die Hunde geht?

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Das Internet hat Krebs!

Es gibt schlechte Nachrichten für alle Freunde des Internets. Das Internet ist an Krebs erkrankt. Bei Routineuntersuchungen wurden bereits seit Juli 2004 immer wieder, sich deutlich verschlechternde Blutwerte festgestellt. Erst im März 2018 gab es großen Anlass zur Sorge, als Cambridge Analytiker einen rasanten Anstieg des Tumormarkers „Datenmissbrauch“ einräumen mussten. Dass sich diese Werte in beängstigender Weise verschlimmerten, war bereits seit 2015 bekannt, wurde aber unter Verschluss gehalten.

Nun wurde es zur traurigen Gewissheit. Das Internet hat Krebs in seiner aggressivsten Form:  Facebook.

Doch damit der schlechten Nachrichten nicht genug. Die Hoffnungen auf Heilung sind gering, denn Facebook hat bereits Metastasen gebildet und gestreut. Sogenannte Instagram, Whatsapp, Oculus VR, Two Big Ears, Atlas Solutions und einige mehr.

Die beunruhigendeste Nachricht lautet jedoch: Facebook ist extrem ansteckend und springt auch vom Internet auf den Menschen über. Der Virus gelangt dabei über Augen und Ohren in den menschlichen Organismus und greift dort Hirn und Herz an. Die Symptome schleichen sich auf tückische und kaum wahrnehmbare Art und Weise ein. Zunächst verspürt der von der Krankheit infizierte Mensch einen schier unstillbaren Drang nach Bestätigung. Es entsteht eine Sucht nach Dopamin, einem Glücks- und Belohnungshormon. Diese Sucht verstärkt sich in immer schneller verlaufenden Intervallen.

Dies äußert sich bald durch eine deutliche Zunahme aggressiven und sozial auffälligen Verhaltens, welches in der Folge langjährige freundschaftliche und familiäre Bindungen zerstört und in die Isolation des Patienten führt. Das Endstadium der Krankheit ist von zügelloser verbaler und physischer Gewalttätigkeit geprägt.

Die Weltgesundheitsorganisation warnt bereits vor einer epidemieartigen Verbreitung des Erregers und einer ernsthaften Gefahr für die Menschheit. Folgende präventive Maßnahmen werden empfohlen, um die Ansteckungsgefahr wirksam zu minimieren:

  1. Ernährungsumstellung, kleine Mengen Zucker sind erlaubt, aber Zuckerberge sind zu meiden
  2. Löschung aller Social Media Accounts
  3. Lesen von Büchern, Zeitungen, Fachzeitschriften usw., denn lesen gefährdet die Dummheit und minimiert die Ansteckungsgefahr deutlich

Diese Maßnahmen zeigen bereits erste Fortschritte und lassen hoffen. So berichtet zum Beispiel Jörg H. aus B., dass sich sein Zustand bereits nach wenigen Tagen seines Verzichts auf „Zuckerberg & Social Media“ enorm verbessert habe. Nunmehr sind sechs Monate vergangen und H. aus B. gilt als vollständig geheilt. Das wurde von mehreren unabhängigen Gutachtern bestätigt. Er ist gelassen, optimistisch, aktiv, pflegt Freundschaften und innige menschliche Beziehungen. Sein Stresspegel erhöht sich nur noch, wenn er zum Beispiel Wohlstandsgermanen mit „Coffee to go“ im Einwegbecher sieht, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

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Beendet diesen Kurs der Belanglosigkeit und macht Maaßen zum Pabst!

Befördert Maaßen zum Papst, baut ihm einen Tempel oder Dom mitten in Berlin, zahlt ihm monatlich eine Million Euro Gehalt, aber lasst endlich weißen Rauch aufsteigen und uns um die wahren Herausforderungen unserer Zeit kümmern.

Rente? Wohnungen? Jobs? Digitalisierung?

Nein, lasst uns über unseren blauen Planeten sprechen und entsprechend handeln.

Ob wir in Zukunft an Feiertagen digitalen Entenbraten mit Algorithmusklößen essen werden, ob auf einem unbewohnbaren Planeten noch Wohnungen gebaut und Renten ausgezahlt werden müssen, ist die Frage, welche wir zu beantworten haben.

Statt dessen Belanglosigkeit als Kurs auf allen Ebenen. In der Politik von ganz rechts bis weit links außen. In den reichweitegetriebenen Redaktionsstuben sowieso. Dankbar wird jede Sau, die ein paar Likes und Shares verspricht durchs bundesdeutsche Dorf getrieben.

Die (a)sozialen Netzwerke erfüllen ihren Zweck als digitalisierter Pranger viel besser als der mittelalterliche Vorgänger.

Der Wohlstandsmensch sägt wild und hysterisch diskutierend am Ast auf dem er sitzt. Ritsch ratsch!

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Marlene Dietrich und mein neues Auto!

Im Juni und Juli habe ich mich selbst zum Versuchskaninchen gemacht. Ich wollte herausfinden, ob ich als „Vielreisender“ überhaupt noch ein Auto benötige. Als „Vielbahnfahrer“ und „Hardcorenutzer“ öffentlicher Verkehrsmittel lag diese Option nahe.

Um es vorwegzunehmen, seit 01.08.2018 habe ich nun doch wieder ein neues Auto. Da ich fest davon überzeugt bin, dass es niemals umweltfreundliche, sondern immer nur mehr oder weniger umweltfeindliche Autos geben kann, besteht mein Beitrag darin, mein Auto nur zu nutzen, wenn es für mich keine Alternative dazu gibt.

So ergab es sich, dass meine komplizierte Tourenplanung nur funktionieren konnte, wenn ich mit meinem Auto von Berlin nach Nürnberg fahren würde. Mitten im Sommer, bei schier tropischen Temperaturen, ungefähr 439 Kilometer auf der Autobahn A9 im wohltemperierten Wagen. An das Gedudel, welches mich zeitweise aus dem Autoradio begleitete, kann ich mich nicht erinnern, aber ein Song blieb mir im Gedächtnis und sollte mich später auf ungeahnte Weise wieder einholen: „Sag mir wo die Blumen sind“ gesungen von Marlene Dietrich.

In Nürnberg angekommen, hieß es schnell einen Parkplatz finden, den Koffer zu schnappen und zum Bahnhof zu sprinten, denn die Weiterfahrt nach Konstanz stand an. Mein schönes neues Auto würde nun fast zwei Wochen in der fränkischen Metropole auf meine Rückkehr warten. Deshalb noch ein prüfender Blick, ob soweit alles in Ordnung war.

Das war es und das war es auch nicht.

Ich kam erst später im ICE sitzend darauf, was nicht stimmte: Mehr als 400 Kilometer Autobahnfahrt durch unsere hochsommerliche Heimat und an meinem Auto fanden sich kaum Spuren von Insekten. Noch vor zehn Jahren, hätte man im Sommer keine 100 Kilometer fahren können, ohne dringend die Windschutzscheibe säubern zu müssen.

Sag mir wo die Insekten sind, wo sind sie geblieben… Wann wird man je verstehen? Wann wird man je verstehen?

Was nützen uns die Segnungen einer digitalisierten Welt, wenn unser blauer Planet vor die Hunde geht?

 

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